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 Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)

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BeitragThema: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Di 28 Jul 2015 - 20:38

das Eingangsposting lautete :

Ich streife durch das Camp, in dem die griechischen Halbgötter leben. Alles hier ist irgendwie befremdlich, ein bisschen gruselig, aber vorallem aufregend. Wenn bloß die ganzen Leute nicht wären. Neulinge werden schnell bemerkt und angesprochen. Aber mit einem netten Gespräch darf man bei mir nicht rechnen.
Ich versuche alles in mich aufzunehmen. Vergeblich. Es ist einfach zu viel. Wie kann man das bloß aushalten?
Der Zentaur Chiron hatte gesagt, ich müsse keine Angst haben. Aber das habe ich. Zu sehr erinnert mich das Camp an das Kinderheim, wo mein Leben sich verändert hat.
*Denk nicht dran!*, befehle ich mir. Doch wie soll das gehen, wenn seither das Leben dadurch beeinflusst wird?
In einer ruhigeren Ecke am Waldrand ziehe ich mich zurück und setze mich auf den Boden.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Fr 7 Aug 2015 - 23:35

Als Orakel träumt man eigentlich immer. Man träumt verrücktes, unsinniges Zeug, das auf den ersten Blick keinen Sinn ergibt, aber irgendwann dann doch die Lösung für das Problem ist. Man lernt aus ihnen.
In meinem Traum sitze ich in einem leopardengemusterten Raum in einer Ecke an einem überdimensionalen Tisch auf einem viel zu hohen Stuhl. Wie ein Kinderstuhl. Ich schaue hinab zum viel zu fernen Boden, starre auf die Flecken. Dann löst sich der Raum auf und ich finde mich vor einer Figur wieder, die den Eiffelturm auf dem Hut trägt. Ich kenne die Figur, weiß aber nicht mehr woher. Die Figur spricht monoton immer wieder den gleichen Satz: 'Küss mich, sonst gibt es eine Strafe.' Es ist Waynes Stimme, Pauls Stimme. Alle beide irgendwie. Weit entfernt höre ich eine leise Melodie, eine weiche Stimme, die ein leuchtendes Gold als Farbe trägt. Warm und weich, wie Caleb. Hoffnungsvoll folge ich dem Klang der Musik, bis sich auch der Traum auflöst und ich im Dunkeln stehe. Ein finsterer Raum. Vor mir steht Wayne mit Kabelbindern. Ich weiß, was jetzt kommt, versuche zu fliehen, aber ich klebe am Boden. Hinter dem Pfleger steigt der Grabstein meiner Eltern aus dem Boden und Musik umgibt ihn. Sie strahlt ein helles Grün aud. Hoffnung.
Wayne verschwindet, ebenso der Stein. Die Melodie ist wieder zu hören und die wunderschöne Stimme, die mich durch die Träume zieht. Ich habe keine Angst. Keinen Moment lang habe ich Angst.
Die Bilder der Vision tauchen vor mir auf. Caleb inmitten eines Schlachtfeldes. Im Hintergrund der Eiffelturm. Was wohl passiert ist?
Langsam lösen die Träume sich auf, lassen mich fürs Erste in Ruhe. Ich seufze im Schlaf und rolle mich zusammen. Jetzt wo ich normal schlafe, merke ich, dass mir etwas fehlt. Irgendwann wache ich auf, blicke mich um.
'Wo bin ich hier?'
Ich nehme Calebs Duft wahr, vergrabe mich in den Kissen und frage mich, wo er ist, bis ich sanfte, ganz leise Musik höre. Die Melodie aus meinem Traum passt dazu. Etwas schlapp richte ich mich etwas auf und schaue in die Richtung der Musik. Dort sitzt Caleb und spielt.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Fr 7 Aug 2015 - 23:50

Rhaps ist mittlerweile von ihrem Königinnenthron herunter gestiegen, wie ich ihre Plattformen mittlerweile nenne, weil sie sich so hoheitsvoll gibt, wenn sie auf ihnen sitzt oder liegt, und ist erst ein bisschen um mich herum gestrichen, bevor sie sich aufgemacht hat, die Fremde im Schlafzimmer zu inspizieren.
Ich brauche nicht fürchten, dass Rhapsody Sam etwas tut. Sie ist bloß ein bisschen neugierig, außerdem ist das hier ihr Zuhause und Sam jemand Fremdes.
Die Großkatze, die innerlich noch fast ein Baby ist, ist in meinem Schlafzimmer verschwunden, wo sich Sam immer wieder unruhig im Schlaf bewegt hat, bis sie endlich ruhiger geworden ist und ich mich mehr auf die Musik konzentrieren konnte.
Ich spiele auf den oberen Seiten des Basses, wobei ich eigentlich auch die Gitarre hernehmen könnte. Aber vielleicht würde es auf der selben Tonstufe mit den unterschiedlichen Instrumenten trotzdem recht interessant klingen.

Rhapsody nährt sich der aufgewachten Sam von der Seite und starrt die Fremde an, die sich in Calebs Bett befindet. Wenn die Grpßkatze es geschickt anstellt, lässt Caleb sie mit ins Bett. Aber nicht immer, also warum darf die Fremde in das Bett, wenn Rhapsody auf ihrem eignen Platz schlafen muss? Mit schief gelegtem Kopf beobachtete die schwarze Leopardin mit den Regenbogentupfen den Menschen, der sich gerade ein bisschen aufrichtet.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Sa 8 Aug 2015 - 0:06

Neben mir schiebt sich ein Leopardenkopf über den Bettrand und mustert mich - nun, ich würde sagen - kritisch. Ich halte still und erwidere den Blick etwas schüchtern. Am liebsten würde ich noch etwas schlafen, aber mein Kopf ist zu wach.
"Hallo", flüstere ich dem Tier zu und lehne mich mit dem Rücken leicht gegen das Kopfende des großen Bettes. Der merkwürdig gefärbte Leopard hat einen einschüchternden, klaren Blick, in dem ich dennoch nicht lesen kann. Tiere haben eine andere Mimik als Menschen, besonders Großkatzen.
Für einen Moment huscht mein Blick zu Caleb, der dem Instrument auf seinem Schoss zarte Töne entlockt. Ob er wohl gerade eine Songidee hat? Würde mich nicht wundern, nach dem spontanen Gesang im Wald. Wahrscheinlich hat er schon viele Lieder geschrieben. Wie wohl ein Lied klingen würde, das man mir widmet? Der Gedanke setzt sich in meinem Kopf fest. Ob Caleb für mich...?
Meine Aufmerksamkeit richtet sich eilig wieder auf den Leoparden in meiner Nähe.
Ich habe keine Angst. Weswegen auch? Viele Camper haben ihre seltsamen Haustiere. Und mit den Tieren komme ich schneller klar, als mit ihren Besitzern. Langsam strecke ich die Hand der Katze entgegen und warte, ob sie reagiert.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Sa 8 Aug 2015 - 11:10

Rhapsody schnuppert berührt die Hand aber nicht. Sie ist noch immer etwas eingeschnappt, dass die Fremde sofort ins Bett darf und sie eigentlich meistens daraus verband bleibt, weil sie ja ihren eigenen Platz zum Schlafen hat. Dabei schläft sie doch viel lieber bei Caleb, der so warm wird, wenn er schläft und der gut riecht und dessen Bett so weich ist. Etwas eifersüchtig betrachtet sie das Mädchen, was aber viel zu freundlich auf sie selbst reagiert, als das sie gemein zu ihr sein könnte, oder sie auch nur mit Ignoranz strafen könnte. Mit einem unzufrieden Seufzen über ihre Situation legt sie eine Pfote neben dem Mädchen aufs Bett und schnuppert nun doch direkt an deren Hand. Die riecht anders als Caleb und anders als Keith. Aber Caleb und Keith riechen ähnlich. Sie stammen zwar nicht aus einem Wurf, aber von einem Elter. Außerdem riecht das Mädchen auf noch andere Weise anders, als die meisten anderen hier. Calebs andere Freunde riechen immer ... prickelnd. Das Mädchen riecht aber auch nicht so sanft, wie die Menschen in den Städten, die Caleb manchmal besucht. Das Mädchen riecht... alt und neu zu gleich. Wie kann das sein. Die faszinierte Katze klettert gänzlich aufs Bett und ist dabei auf Sams Schoß zu kriechen.

Ich sehe aus den Augenwinkeln, wie Rhaps sich auf das Bett schiebt und sich schleichend über Sam bewegt. Sie ist fürchterlich neugierig, aber mit ihrem Gewicht, dass eher dem eines ausgewachsenen Tigers gleicht, als dem einer Babyleopardin, die sie innerlich ist, könnte sie Sam ein bisschen zerdrücken. Mit weit über 300kg Lebendgewicht und einer viel zu großen Größe, um ein normaler Leopard zu sein, ist Rhapsody eindeutig beeindruckend. Auch wenn sie noch blaue Babyaugen und Babyzähne hat.
Also pfeife ich eine sanfte Melodie, die ich Rhapsody genannt habe. Sie passt zu meiner Katze, mal schnell und wild mal sanft und langsam, eben eine Rhapsody.
Mein freches Haustier zuckt mit den Ohren und dreht dann ihren Kopf in meine Richtung. Ich schnalze mit der Zunge. "Komm her du kleine Hexe, lass Sam in Ruhe, die braucht ihren Schlaf!"
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Sa 8 Aug 2015 - 11:33

Misstrauisch, ja vielleicht sogar missbilligend betrachtet mich die Großkatze, bevor sie auf leisen Pfoten ins Bett klettert und Anstalten macht, sich neben oder eher AUF mir niederzulassen. Der Koloss von einer Katze ist deutlich größer als ich und damit mit Garantie auch deutlich schwerer. Ich wiege ja quasi nichts dagegen. Zwar würde ich sie gerne berühren, aber zu groß ist die Sorge, dass ich das Tier damit überrasche und es erschrickt. Also halte ich einfach die Luft an.
Da erklingt Calebs Stimme. Ein warmer Schauer gleitet über meinen Rücken und ein Hauch von einem Lächeln streicht über mein Gesicht. Langsam steige ich aus dem Bett, nähere mich dem Quell dieser schönen Stimme und setze mich ihm zu Füßen auf den Boden.
"Es ist okay", sage ich leise. "Sie hat mich nicht gestört."
Der Leopard scheint weiblich zu sein, wenn Caleb ihn als Hexe bezeichnet. Ich blicke zu dem Tier. Es ist wunderhübsch mit seinem ungewöhnlichen Muster, schöner noch als normale Leoparden. Das ist die Katze hier eindeutig nicht. Ich habe schon einmal so ein Tier hier gesehen. Ein rot-schwarzer Tiger, der maunzend einem kleinen dunkelhaarigen Mädchen nachhopste.
Würde ich das alles nicht mit eigenen Augen sehen, würde ich es nicht glauben. Und wüsste ich nicht, dass ich diese verrückte Begabung habe, durch den sogenannten Nebel zu schauen, hätte ich mich selbst bereits für verrückt erklärt.
"Was spielst du da?", erkundige ich mich interessiert und schaue zu meinem Gastgeber hoch.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Sa 8 Aug 2015 - 13:09

Sam ist aufgewacht und steht auf, nachdem Rhaps mehr oder weniger mit einem großen Satz vom Bett und Sam aufgesprungen ist, um sich dann ganz die feine Dame neben mich auf die Couch zu setzen. Den langen Schanz hat sie sittsam über ihre Pfoten gelegt und ihren Kopf hält sie hoch erhoben. Es sieht ein bisschen albern aus, wie so majestätisch zu thronen versucht, da sie es sowieso schnell wieder aufgeben wird. Ich kenne doch meine Pappenheima. Dazu ist sie viel zu Energie erfüllt. Ihr langer Schweif beginnt jetzt schon auf und ab zu wedeln, während sie immer wieder blinzelt um Sam im Augen zu behalten. Sam kommt mit unwiderruflicher Eleganz, obwohl ein bisschen verschlafen zu mir und setzt sich zu meinen Füßen. Man sieht ihr einfach an, dass sie eine Tänzerin ist, selbst wenn sie noch etwas blass ist und ihr langes rotes Haar völlig zerzaust ist.
"Lass dich nicht von ihr irritieren, sie ist eine Possenreißerin.", erkläre ich Sam und stoße Rhaps mit der Schulter an, was die große Katze ein bisschen aus dem Gleichgewicht bringt, weil sie versucht so grade zu sitzen. Sonst könnte ich das riesen Vieh nicht mal dann umschupsen, wenn ich es wirklich wollte. Sie quittiert meinen Übergriff mit einem Blecken ihrer Babyzähne aber ihre Augen funkeln. "Was ist?", knurre ich meinerseits zurück und recke das Kinn vor und hebe immer wieder auffordernd den Kopf. Rhaps tut es mir gleich, bevor sie wieder ganz brav und lieb versucht sich verschmust unter meinen Arm zu schieben, der die Gitarre hält. Ja meine durchgeknallte Katze meint immer wieder mit den Instrumenten konkurieren zu müssen.
"Ey!", ich schiebe sie gutmütig weg. Jetzt liegt sie ausgestreckt neben mir und hat den Kopf auf meinen Oberschenkel gelegt.
"Noch nichts fertiges.", wende ich mich Sam zu und ziehe dann die Augenbrauen ein bisschen zusammen.
"Du bist immer noch etwas blass. Soll ich dir was zu trinken holen, oder Kuchen oder so?"
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Sa 8 Aug 2015 - 15:59

Ich reibe mir dir Augen und beobachte am Rande das Geplänkel der beiden. Es ist niedlich, wie die Leopardin wie ein Baby reagiert und wie Caleb sie foppt. Diese Vertrautheit zwischen den beiden weckt in mir den Wunsch dazuzugehören. Zu ihrer kleinen Welt, in der es besser ist als in der menschlichen Welt. Aber ich bin nur ein Mensch mit einer Gabe. Ich gehöre nicht dazu. Nicht wirklich.
Unwillig schüttele ich den Kopf etwas, um die Gedanken loszuwerden.
"Kuchen? Mir würde ein Glas Wasser schon reichen. Aber mach dir keine Umstände. Es eilt nicht."
Beiläufig strecke ich die Hand aus, berühre abwesend und ohne darüber nachzudenken das Fell der Großkatze. Ich lehne den Kopf an Calebs Oberschenkel an und schließe wieder die Augen, eine Hand im Pelz des Tieres, eine auf Calebs Knie.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Sa 8 Aug 2015 - 17:05

Ich bemerke, wie Rhaps den Kopf dreht und anfängt Sam anzustarren. Meinem Katzenbaby passt nie, wenn sie die Aufmerksamkeit teilen muss. Der einzig andere, mit dem sie teilt, wenn es um mich geht, ist Keith und der hat sie aus dem Tartarus erschaffen. Sonst muss immer sie im Mittelpunkt stehen, denn sie ist eine Diva. Sam fasst sie an und Rhaps weiß nicht, was sie von einem Aggressor halten soll. Also starrt sie. Ich beobachte das Ganze belustigt, denn Sam ist immer noch so erschöpft, dass sie mit der anderen Hand auf meinem Knie die Augen wieder geschlossen hat. Rhaps bewegt sich näher auf Sam zu, bevor sie frech ihre Nase in Sams Haare steckt und schnuppert. Es ist irgendwie seltsam, wo Katzen ihre Nasen überall hinzustecken versuchen. Ich muss lachen und manövriere mich dann zwischen beiden durch, bevor ich Sam unter den Achseln packe und sie zu der neugierigen Rhaps aufs Sofa setze.
"Wenn sie dich zu sehr bedrängt gib ihr einen Klaps vor die Nase. Was anderes versteht sie noch nicht. Grenzen müssen deutlich gemacht werden.", erkläre ich, bevor ich die beiden Mädels alleine lasse und zur Küche hinüber gehe.
Ich weiß nicht genau, was Sam mag, aber es scheint mir besser, wenn ich ihr etwas mit möglichst vielen Kalorien mitbringe. Früher mochte sie auch Fruchtsäfte ganz gerne. Mit Erheiterung nehme ich eine Packung Granatapfelsaft, Wasser und abgepackten Kuchen wieder mit rüber und bleibe in der Tür stehen. Rhapsody hat beschlossen, dass Sam ihr Aufmerksamkeit schenken muss, wenn sie sie schon anfasst und versucht immer wieder ihr Gesicht an Sams Hals zu schubbern. Nicht gerade angenehm, da Rhaps ein ziemlich ignorantes Mistvieh sein kann. Außerdem ist sie so groß.
Ich muss erneut lachen.
"Hier!", ich stelle meine Mitbringsel vor Sam auf den Couchtisch und nehme den Bass beiseite, den ich vorher dort angelehnt habe.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Sa 8 Aug 2015 - 17:52

Plötzlich spüre ich einen kalten Luftzug unterbrochen von warmer Atemluft auf meiner Kopfhaut begleitet von schnüffelnden Geräuschen. Und dann sitze ich auch schon auf dem Sofa neben dem Urviech von Leopard und Caleb verschwindet in einem angrenzenden Raum.
"Grenzen?", frage ich verwirrt.
Der riesige Leopardenkopf drückt sich gegen mich und schubbert über meine bloße Haut an meinem Hals. Sanft schiebe ich das Tier zurück.
"Bitte, nicht so grob", flüstere ich und ziehe ihren Kopf an meine Brust, lege die Arme leicht um sie und vergrabe mein Gesicht im warmen Fell. "Ich will keine Angst vor dir bekommen, weißt du?"
Caleb kommt zurück mit einem Haufen Zeug im Arm und stellt es vor mir auf dem niedrigen Tisch ab.
"Götter, willst du mich mästen?", murmele ich verlegen und schaue in seine tiefschwarzen Augen. Diese wunderschönen Augen, die mich nicht so ansehen, wie andere es tun. Nicht so mitleidig oder betroffen.
"Danke, Caleb!", sage ich sanft und lächele ihn an, während ich neben mir auf die Polster klopfe. "Komm her. Bitte."
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 9 Aug 2015 - 0:44

Den Bass stelle ich in seinen vorgesehenen Ständer und setze mich dann neben Sam.
"Nein eigentlich nicht. Zucker ist aber gut, wenn man aussieht, als habe man vor Tod auf Latschen nach zu amen. Diese Vision oder Prophezeiung oder was auch immer hat dich ganz schön geschlaucht. Iss was!", verlange ich dann, während ich beobachte, wie Rhaps mit Sam kuschelt, oder eher Sam mit Rhapsody? Ich weiß nicht so genau. Ist aber eigentlich auch egal.
"Meinst du, ich sollte jemandem erzählen, was du mir oracelt hast? Ich verstehe nämlich nicht mal im Ansatz, was das heißen sollte und normalerweise hat sowas doch einen Hintergrund und ein Ziel, oder?"
Ich zucke die Schultern und lehne mich dann in die Polster zurück. Eigentlich könnte ich auch mal meine Stiefel ausziehen, Sam sitzt auch nur noch in Socken neben mir, ihre Schuhe sind im Schlafzimmer.
Manchmal sieht sie mich jetzt mit diesem weidwunden Blick an, der mich verwirrt.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 9 Aug 2015 - 0:58

Gehorsam nicke ich und fange an zu essen und in kleinen Schlucken vom Saft zu trinken. Der riesenhafte Kopf des Leoparden liegt mit wackelnden Ohren auf meinem Schoss. Das ist okay, fühlt sich sogar schön an, wobei Caleb auch eine wichtige Rolle dabei spielt.
"Davon erzählen? Ich denke nicht."
Ich stelle das Glas ab, betrachte den Bass, den er weggestellt hat und esse dann noch einen Bissen.
"Das war eine Einzelvision. Keine große Prophezeiung. Sowas betrifft immer nur die Anwesenden oder Menschen, denen man bald begegnet. Wäre es eine große Prophezeiung, könnte ich sie nicht allein haben."
Mein Hals trocknet bei den vielen Worten aus und ich greife wieder nach dem Saftglas. Der Saft ist süß, aber nicht zu süß. Genau richtig. Ob Caleb sich noch an meine Lieblingsgetränke und so etwas erinnert?
Was mochte er gleich noch?
Bis auf sein Talent für den Tanz wusste man nicht viel über ihn. Aber ich bilde mir ein, mich daran zu erinnern, dass er Pfannkuchen mochte. Oder war das Phil? Oder Riley oder Liam?
'Kleines Luder!', lacht jemand höhnisch in meiner Erinnerung. Vielleicht hat die Stimme recht... Vielleicht bin ich ein Luder, eine Herzensbrecherin. Oder hat sie mir das bloß eingeredet? 'Du schweifst ab', erinnere ich mich selbst.
"Was ich sagen will, ist, dass das DEINE Prophezeiung ist. Wer sie geschickt hat, kann ich dir allerdings nicht sagen."
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 9 Aug 2015 - 9:24

Nach Sams Worten runzele ich die Stirn, während sie weiter neben mir isst und trinkt.
"Sie war also an mich gerichtet von irgendeinem Unbekannten. Ich habe nur keine Ahnung, was die Prophezeiung aussagen soll."
Ich zucke mit den Schultern. Ich werde nicht gerne als Höllengesandter bezeichnet. Und den restlichen Kram verstehe ich schon einmal gar nicht.
Sam bekommt langsam wieder Farbe.
"Wenn du mich fragst ist das mit Prophezeiungen ein einziger Schwachsinn. Es schlaucht dich und die anderen Orakel und kein Schwein hat eine Ahnung, was es genau heißen soll. Dadurch entstehen Ödipusse. Oder Ödipi? Keine Ahnung, ist ja auch egal. Meistens hat doch niemand einen Schimmer, wer genau betroffen ist oder was damit gemeint sein soll. Es führt nur zu Katastrophen und bringt am Ende gar nichts, weil man die Prophezeiung dann erst recht erfüllt oder eben alles ganz anders kommt als erwartet."
Ich schüttle den Kopf und lasse mich neben Sam zurück in die Polster sinken.
Diese Prophezeiung hat auch davon abgelenkt, worüber Sam und ich zuvor gesprochen hatten und kurz frage ich mich, ob sie sie absichtlich produziert hat, um sich dahinter zu verstecken. Aber das glaube ich selbst nicht einmal für eine Sekunde. Dazu hat sie keinen Grund und das Ganze war einfach zu echt und zusehr unter Zwang.
"Kannst du das eigentlich irgendwie steuern?", will ich trotzdem von ihr wissen, denn manchmal wäre es ja ganz gut, wenn sie den Mist aufschieben könnte, bis sie sich in sicherer Umgebung befindet.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 9 Aug 2015 - 11:09

Langsam atme ich durch, als er sich aufgewühlt aufrichtet, dann aber wieder zurücksinkt. Ich habe den Eindruck, dass ihn nicht die Prophezeiung selbst so beschäftigt, nicht direkt. Er reagiert einfach irgendwie anders als die meisten Halbgötter.
"Du hast schon recht. Im Grunde dient das nur dem Zwecke zu verwirren und Druck aufzubauen. Aber manchmal liegt irgendwo darin eine Warnung. Oder ein Rat. Ich weiß auch nicht. Wenn es gar keinen Sinn macht, dann wäre das Orakel doch nicht so gefragt, oder?", überlege ich laut.
Seine Frage, die darauf folgt überrascht mich.
"Steuern?", frage ich etwas blöd nochmal nach. "Ich würde ja gerne, aber das ist wie ein Kopfschmerz. Du musst das halt aushalten. Du kannst das nicht einfach wegmassieren oder so."
Vorsichtig schiebe ich den Kopf der Leopardin von meinem Schoss, um mich Caleb etwas mehr zuzudrehen und lege eine Hand auf seine Brust.
"Nur manchmal kann es passieren, dass gewisse Situationen eine Vision provozieren. Weil die Prophezeiung eben schon existiert und gerade passt."
Mit der anderen Hand taste ich nach seiner und halte sie fest. Mehr nicht.
Bevor die Vision kam, hatten wir doch von irgendwas gesprochen, irgendwas getan. Wo waren wir da gewesen?
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 9 Aug 2015 - 13:04

Sam dreht sich mir zu und sieht ein bisschen verloren aus.
Ich zucke mit den Schultern. "Ich bin nicht der Typ für Prophezeiungen, ich mag sie nicht und ich will sie nicht." Immerhin hat Tartarus meinen Bruder deshalb mehr als 15 Jahre von mir fern gehalten und mich auch von ihm, ohne, dass wir etwas voneinander wussten. Das ist doch total gestört.
Als Sam meine Hand nimmt und mich so ansieht seufze ich leise.
"Ich würde dich nie nach so etwas fragen. Eigentlich würde ich mich von Orakeln eher fern halten.", gestehe ich und streichele mit der freien Hand über die Außenseite ihres Beines. Sie sitzt ja so fast auf meinem Schoß.
Langsam überlege ich bei meinen Berührungen nicht mehr, ob das auch ok ist, oder ob es sie in den katatonischen Zustand zurück befördern wird, indem ich sie wieder getroffen habe nach all der Zeit. Ich hoffe einfach, dass es nicht passiert und dass sie sich wieder soweit an mich gewöhnt hat und mir vertraut, dass es in meiner Gegenwart nicht mehr vorkommt, dass sie zurück in das tiefe Loch stürzt.
Wäre ich Sams Freund und nicht nur ein Freund, würde ich sie einfach auf meinen Schoß ziehen und ... andere Dinge tun. Aber Sam ist in der Hinsicht glaube ich auch weit entfernt von normal, weil dann bestimmt durchkommen würde, was ihr das Trauma aufgezwungen hat. Selbst wenn ich ihr fester Freund wäre.
Sanft tätschele ich ihr Knie. "Ich sage ja, deine Begabung ist mehr eine Strafe als alles andere.
Der Herzschlag verwirrt, ein Kuss in Paris,
Tod und Leben beieinander.
Freiheit durch Vergangenheit,
Vertrauen durch Musik,
ein Tanz im Licht der untergehenden Sonne.
Verlorenes Herz, Höllengesandter.
Keine Ahnung was mir das sagen soll!"
Ich wiederhole die Worte, die sie ausgesprochen hat und zucke dann die Schultern. Erneut. Ich will auch nichts hinein interpretieren, was nicht da ist. Eigentlich will ich mich überhaupt nicht damit befassen.
"Du hast nur schon fast im Delirium zu mir gesagt, dass ich dich nach Paris bringen soll. Morgen.", jetzt schmunzele ich auf sie hinab. Denn irgendwie war es schon niedlich wie sie hervor brachte, dass sie zu müde sei, aber lieber morgen mit mir nach Paris wollte.
Es hat uns unterbrochen, diese Prophezeiung und ich verstehe sie einfach nicht. Obwohl ich das Gefühl habe, dass sie glatt mehr mit Sam selbst zutun hat, als mit mir.
Kann die Prophezeiung eigentlich auch für das Orakel selbst sein? Ich sehe sie prüfend an. Oder für uns beide?
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 9 Aug 2015 - 15:15

Er würde sich von Orakeln eigentlich fern halten... Eigentlich. Was bedeutet dieses 'eigentlich'? Weswegen gibt es da eine Teilung für ihn? Wegen mir? Sein Blick, sein Seufzen verwirren mich noch mehr. Als seine Hand mein Bein berührt, daran entlang gleitet mit einer Sanftheit, die man auf den ersten Blick sicher nicht von Caleb erwartet, folge ich ihr mit den Augen. Erst als er Paris anspricht, schaue ich wieder auf.
"Paris... Ja..", seufze ich sehnsüchtig. Bisher war Paris immer mein Rückzugsort von allem hier. Mein Großvater und meine Großmutter stellten keine Fragen, ließen mich in Ruhe nachdenken, wenn es nötig war und lenkten mich von allem ab, was passiert war, auch wenn sie keine Einzelheiten wussten. Paris - meine Flucht, wenn Tanzen allein nicht helfen sollte. Auch wenn das eher nicht vorkommt.
"Meine Großeltern würden sich sicher freuen. Aber was träume ich herum, ich komme nicht einfach so nach Paris. Nicht heute, nicht morgen. Nicht einfach so eben."
Die Prophezeiung, die er wiederholt hat, weckt die Bilder vom Eiffelturm und dem Grab meiner Eltern wieder. Und vor all dem sein Gesicht. Caleb.
"Es wäre schön mit dir zum Eiffelturm zu fahren, den Triumphbogen zu sehen und das Louvre zu besuchen. Notre Dame, die Seine...", schwärme ich lächelnd. "Aber einen Flug buchen dauert seine Zeit und ich mag fliegen immer noch nicht besonders."
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 9 Aug 2015 - 21:21

Ich zucke mit den Schultern und deute auf die große Babyraubkatze, die sich frecherweise an Sams Kuchen anschleicht. Deshalb schnalze ich laut mit der Zunge. "Lass das du Hexe.", weise ich das Tier an, bevor es sich völlig daneben benehmen kann.
An Sam gewandt finde ich es toll, dass sie noch immer ihre Hand auf meiner Brust liegen hat. So vertrauensselig, obwohl das echt ein Wunder ist. Für mich jedenfalls.
"Das ist kein Problem. Der Stinkstiefel und Essensdieb da drüben ersetzt jedes Flugzeug und kostet nichts. Aber ich kann dir nicht sagen, wie es sich für einen Menschen anfühlt mit ihr zu reisen. Ich bin am Ende nach kurzer Finsternis einfach an einem anderen Ort, aber bisher sind noch nie Menschen mit uns gereist, oder Rhapsody?
Sie hat mir das Flüchten aus dem Camp enorm erleichtert und ich glaube Chiron kann sie nicht leiden. Könnte allerdings auch daran liegen, dass sie sein Hinterteil immer mit so hungrigem Blick beäugt.", unke ich grinsend herum.
"Theoretisch könnten wir noch heute Abend oder viel mehr gleich in Paris sein. Aber ich denke Morgen ist besser, wenn du die Nacht durch geschlafen hast. Außer du musst jetzt vor etwas flüchten?", frage ich sie, während ich immer noch ihr Bein streichele und mir dabei viel zu vertraut mit ihr vorkomme.
Ich benehme mich fast, als wäre ich in sie verliebt und als wäre ich ihr fester Freund. Als hätte ich ein Anrecht darauf.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 9 Aug 2015 - 21:45

Ich lächele, als Caleb den Leoparden zurückpfeift. Rhapsody heißt sie also. Schöner Name. Und sehr passend. Automatisch kommt mir Bohemian Rhapsody von Queen in den Sinn. Wir haben einmal dazu getanzt im Tanzkurs und da war Caleb, glaube ich zumindest, auch dabei gewesen. Es war ein ziemlicher schräger Tanz geworden, aber hatte tierisch viel Spaß gemacht.
"Wieso heißt sie Rhapsody?", frage ich kurz und male einen Notenschlüssel auf seine Brust. Ich kann mir gut vorstellen, dass Chiron ein leichtes Problem mit den finsteren Großkatzen einiger Campbewohner hat, aber Pferde sind nun mal Fluchttiere. Da ist das nicht weiter verwunderlich.
"Bist du auch mit ihr zum Tanzkurs gekommen damals?", frage ich weiter. Es gäbe so vieles zu erfahren, aber diese schlichten Fragen kommen mir am sichersten vor. Bei allen anderen Fragen in meinem Kopf ist das Risiko viel zu hoch, dass... naja... nicht so wichtig. Also eigentlich schon, aber...
Es ist einfach so lieb und fürsorglich, wie mich Caleb behandelt. Da kann ein Mädchen doch schon mal schwach werden. Und bei diesen Blicken, die er mir schenkt und die Art, wie er mich berührt... Ich seufze innerlich. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Noch nicht. Aber vielleicht... eines Tages...
"Und wir können einfach so nach Paris? Egal wann? Egal von wo? So oft wir wollen?"
Rhapsodys Augen scheinen mir zuzuzwinkern. Ich lächele leicht. Wie schön dieser Gedanke ist. Von einem Augenblick auf den anderen ganz woanders sein. Weg von hier. Weg aus Amerika, schlägt doch in meinem Herzen irgendwie das Herz einer Italienerin. In Adria hatte ich mich immer schon heimischer gefühlt. Und natürlich in Frankreich.
"Und du würdest wirklich mit mir nach Paris wollen?", möchte ich es noch einmal von ihm hören. Es kommt mir zu perfekt vor. Als sei das alles nur ein Traum und im nächsten Moment wache ich auf und liege wieder da vor Wayne. Doch das kann nicht sein. Caleb ist echt. Er MUSS echt sein.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 9 Aug 2015 - 21:59

Ich grinse Sam an und lächele über ihre vielen hintereinander kommenden Fragen. Dann lasse ich sie langsam los und beuge mich blitzschnell vor und bekomme Rhapsody zu fassen. Im Nackenfell gepackt ziehe ich das freche Ding zu mir, was einiges an Kraftanstrengung ist. Würde sie gar nicht wollen könnte sie sich sofort aus meinem Griff befreien.
"Sie heißt so, weil sie eine Rhapsody ist. Mal schnell und wild, mal langsam und sanft, mal fröhlich und verspielt, mal ernster und grüblerisch, schnell genervt und dann wieder glücklich. Ein Auf und Ab und diese Stückbezeichnung in der Musik die genau das bedeutet passt einfach so gut zu ihr. Sie hat viele Tempowechsel und unterschiedliche Lautstärken und passt doch zusammen."
Ich ziehe das Tier so zu meinem Schoß, das ich ihr Maul packen und aufdrücken kann, obwohl sie sich spielerisch gegen mich wehrt.
"Nein, ich habe sie noch nicht so lange. Die blauen Augen und die kleinen Zähnchen zeigen dir, dass sie noch ein Baby ist. Ich nehme an, dass sich ihre Augenfarbe noch ändern wird und sie irgendwann ein normales Raubtiergebiss in passender Größe ausbildet, aber ich hoffe sie wächst nicht mehr. Sonst platzt mir hier die Bude vor lauter Katze.
Mein großer Bruder hat sie mir geschenkt.
Um zum Tanzkurs zu kommen, bin ich einfach ausgerissen und nun ja, ich hab immer Möglichkeiten gefunden dorthin zu kommen, wo ich hin wollte.", lächele ich Sam an und lasse Rhaps wieder los, die sich ein bisschen beleidigt trollt. in fünf Minuten wird sie wieder ankommen und ich kann mich kuschelnd bei ihr entschuldigen. So ist sie eben.
Ich nicke Sam zu. "Jeder Zeit aber nur, wenn du erholt bist und sie mich nicht einsperren, weil ich dich scheinbar von wichtigen Orakeltreffen entführe.", foppe ich sie ein bisschen auch wenn mir diese Orakeltreffen oder was auch immer insgeheim Sorge bereiten. Wenn Sam immer so fertig ist nach einem Spruch...
"Ja, wieso nicht?", erwidere ich grinsend. "Nur bin ich ein ziemlicher Kulturbanause wenns nicht gerade um Musik geht."
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 9 Aug 2015 - 22:12

Die kleine Rauferei zwischen den beiden verfolge ich ganz still. Einmischen würde ich mich nicht. Seine Antwort zu der Frage nach ihrem Namen gefällt mir. Sie passt zu ihr und auch irgendwie zu ihm. Caleb war damals schon sehr überlegt. Vielleicht fanden ihn deswegen viele so unheimlich. Vielleicht war ich aber auch blind für die Tatsache, dass er eben anders ist, als die anderen. Anders als ich. Aber ich bin ja sowieso eine ganz andere Geschichte.
"Ist es denn so schlimm hier?" Dass er so oft ausgerissen ist, verwundert mich wirklich. Bisher sehe ich keinen Grund dafür. Aber wenn man schon länger hier ist, sieht man das wahrscheinlich anders. So wie es doch immer der Fall ist.
Rhapsody tapst davon und ich folge ihr mit dem Blick kurz, bevor ich mich wieder Caleb zuwende.
"Niemand wird dich einsperren, wenn du mich zu meiner Familie bringst und auf mich aufpasst. Und die Orakeltreffen... Nun... ich kann da gerne drauf verzichten. Es ist nicht besonders angenehm still dazusitzen und von Chiron beobachtet zu werden, während er willkürlich Fragen stellt, um uns eine Prophezeiung zu entlocken. Er will es erzwingen. So wird das nichts."
Ich rücke dicht an Caleb heran, lehne den Kopf an seine Schulter und drücke seine Hand,die irgendwie plötzlich wieder in meiner liegt oder eher meine in seiner.
"Den Kulturbanausen treibe ich dir schon aus, wenn wir da sind. Morgen."
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Mo 10 Aug 2015 - 17:14

Sam lehnt sich an mich und ich tätschele ihre Hand. Ich wüsste, wie ich reagieren müsste, wäre sie ein Mädchen, dass ich in Aussicht hätte. Aber Sam ist... verletzt und ich weiß einfach nicht, wie ich ihre Signale deuten soll. Wäre mir egal, wie sie es aufnimmt, könnte ich mich wie ein Arsch benehmen und einfach sehen, ob ich bekomme, oder was ich alles bekommen könnte. Kann ich aber nicht, da ich eigentlich nicht möchte, dass sie in ihren katatonischen Zustand zurück kehrt.
"Ich bin schon länger hier und hier dreht sich alles um Kampftrainings und man hat das Gefühl man steckt in der Antike fest. Zumindest ein bisschen. Ich hingegen mag das 21. Jahrhundert und ich mag es nicht, zum kämpfen und ständigen Trainieren genötigt zu werden." Ich muss ihr ja nicht gleich erzählen, dass ich hier bin, seid ich drei Jahre alt war.
Grinsend schnalze ich mit der Zunge. "Na ich weiß nicht, wenn du Chirons Augäpfelchen bist, der sieht bestimmt nicht gerne, wenn du mal eben nach Paris abhaust.", foppte ich Sam ein bisschen.
Mein Grinsen wurde zu einem milden Lächeln.
"Ich glaube nicht Sam. Du hast bisher nur erlebt, wer ich bin, wenn ich mir selbst aussuche, was ich tun will. Wenn du mich zu Sachen mitschleifst die mich nicht interessieren bin ich womöglich ein unerträgliches Arschloch. Dann willst du mich eher nicht dabei haben, wenn du irgendwas besichtigen willst."
Ich warne sie vor, denn auch in mir steckt einfach mehr als bloß jemand der Verständnis aufbringen kann und gerade sieht sie mich mondkalbig an, als wäre ich sonst was für ein netter Kerl.
Bin ich nur eben nicht. Ich bin das Monster unterm Bett oder der Albtraum der am Rand des Schlafes lauert und außerdem ein ziemlicher Bastard. Ich nehme mein Lebensmotto "Nach mir? Die Sintflut!" ziemlich ernst und gebe einen Dreck auf die Menschen, die sich daran stören.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Mo 10 Aug 2015 - 18:38

"Länger...", wiederhole ich leise. 'Länger' ist ein sehr dehnbarer Begriff. Aber ich vertiefe das Thema nicht weiter. Caleb vermisst seine Mutter. Und von ihr derart getrennt zu sein, muss man da nicht weiter hervorheben. Das wäre herzlos, gemein und unfair.
"Chirons Augäpfelchen? Ich? Nein. Nicht nur ich. Aber selbst wenn, kann er mich nicht zwingen zu bleiben. Das hat er auch gesagt. Er empfiehlt es nur."
Still sehe ich unsere Hände an, präge mir den Anblick ein und konserviere ihn, um ihn mir immer wieder ins Gedächtnis rufen zu können, wenn ich mich einsam fühle. Oder schlimmeres...
"Ich glaube, die Jazz-Clubs werden dir gefallen. Und keine Sorge. Ich mag keine Museumsführungen mit Menschengruppen. Davor bleibst du also sowieso verschont", lächele ich, hebe dann den Kopf und sehe ihm in die Augen. "Es sei denn du hast bestimmte Wünsche."
Der Satz ist schon raus, als mir auffällt, dass man das komplett anders auffassen kann, als ich es gemeint habe. Oder meine ich doch irgendwie auch mehrere Dinge?
Ich fühle mich gespalten, etwas zersplittert. Meine Gefühle sind wirr, kullern als bunte Lottokugeln durch mein Herz und landen zufällig in der Auswahl. Oder vielleicht auch nicht zufällig. Schwer zu sagen.
'Hör auf nachzudenken', flüstert eine Stimme in mir. Es ist eine vertraute und doch befremdliche Stimme. Meine und doch die des Orakels. 'Hör einfach auf deine Gefühle.'
Ich atme aus, lege eine Hand an Calebs Wange und schmiege mich dann in seine Arme, wo ich mich sicher fühle. Das einzige, was ich ganz genau weiß. Manchmal hat das Orakel oder was da auch immer zu mir spricht ja recht. Manchmal sollte man nicht denken. Man sollte einfach fühlen. Und das fühlt sich gerade richtig an.
"Ich weiß, du lebst ein gefährliches Leben und vielleicht denkst du auch von dir, dass du gefährlich bist. Aber... für mich... bist du das nicht", flüstere ich ihm ins Ohr.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Mi 12 Aug 2015 - 20:17

Ich tätschelte Sam ungelenk den Rücken. Sie schmiegte sich fast wie ein Kätzchen an mich und ihre Worte schienen auf meiner Haut zu summen. Wenn ich Wünsche hätte, auch noch bestimmte...
Und ihre folgenden Worte klangen, als hielte sie mich für einen guten Kerl. War ich nur leider nicht. Sam hatte zwar nicht das Leben ihrer Peiniger ausgeklammert und behauptet sie wolle nicht, dass diese Drecksschweine nicht ebenfalls litten und letztendlich sterben mussten, nur um noch mehr zu leiden. Aber ich glaubte kaum, dass sie mit dieser Seite von mir umgehen konnte, wenn sie nicht für sie ausgerichtet war. Ging mir jemand auf den Zeiger oder hatte ich etwas gegen Jemanden, dann konnte es passieren, dass ich ohne die Beherrschung zu verlieren trotzdem Dinge tat, die andere für entsetzlich und unaussprechlich hielten. Ich war nicht der nette Junge von nebenan, den man seinen Eltern, oder Großeltern vorstellte. Ich war der Bastard für den ein Mädchen nachts heimlich aus ihrem Zimmerfenster klettern musste und den sie solange es dauerte vor ihrer Familie und sogar vor ihren Freunden versteckte, wenn sie brav, naiv oder wohlerzogen oder eine Kombination dieser Dinge war.
Sam war so sanft, weich und verletzlich und ihr Vertrauen so zwar. Es würde sie enttäuschen, wenn sie den ganzen Caleb kennen lernte mit mehr als nur verständnisvollen und beschützenden Seiten.
"Jazz klingt nicht schlecht, aber dann sollten wir nach New Orleans gehen. Da spielen sie fantastischen Jazz.", meine ich dann nur.
Ich werde sie meinetwegen nach Paris bringen und sie auch begleiten, aber ich weiß bei Sam einfach nicht, woran ich bin.
Einerseits kuschelt sie mit mir, andererseits scheint sie mich zu glorifizieren. Und so bin ich nicht. Das lasse ich mir auch nicht vorwerfen, weil ich nicht einmal heuchele nicht tatsächlich anders zu sein.
"Du kennst mich nicht gut genug Sam. Ich habe dich gewarnt und diese Warnung solltest du zu deiner eigenen Sicherheit wahr nehmen. Auch wenn ich es tatsächlich nicht als Drohung von mir gegeben habe.", sage ich dann ruhig, während sie auf meiner Brust lehnt.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Do 13 Aug 2015 - 7:10

Sie wird fast überdeutlich diese angespannte Atmosphäre. Die Fragen hängen zwischen uns, um uns in der Luft, prickeln in der Brust.
"Nach New Orleans zieht es mich nicht so sehr", sage ich sanft. "Dort fühle ich mich nicht Zuhause. Aber vielleicht, eines Tages, werden wir mal in New Orleans sein."
Ich meine das 'wir' nicht auf ihn und mich bezogen. Das ist nur eine kindische Hoffnung. Ich beziehe es eher auf das Orakel und mich. Irgendwann verschlägt es uns sicherlich dorthin. New Orleans ist ein Ort, der sich vom Klang seines Namens bestens für Visionen eignet.
'Du kennst mich nicht gut genug'... Der Satz setzt sich fest. Caleb hat ja recht. Aber was genau will er damit erreichen? Will er mir sagen, dass er nicht gut für mich ist? Nicht so, wie ich ihn sehe? Kann er beurteilen, was gut für mich ist? Weiß ich es denn selbst überhaupt? So viele Fragen. Sie gesellen sich zu den bereits betehenden und machen die Luft schwer.
"Lass mich dich kennenlernen", bitte ich leise, "Ich zeige dir meins, du mir deins. So war das doch früher, oder?"
Jeder Mensch verdient eine Chance. Selbst wenn er sie sich selbst nicht zugesteht. Jeder hat die Chance zu beweisen, wer er ist. Und ja, vielleicht ist Caleb nicht so lieb, nett und fürsorglich, wie er auf mich zu sein scheint. Aber von vornherein lässt sich nicht sagen, wie ich darauf reagiere.
Das Bild von ihm auf einem Schlachtfeld in der Nähe des Eiffelturms kommt mir wieder in den Kopf. Was wäre, wenn er das alles verursacht hätte? Womöglich hatte er jemanden umgebracht. Vielleicht wegen mir. Vielleicht aus Wut.
"Oder hast du Angst, dass ich dich fürchten könnte?", frage ich noch. Sanft löse ich mich von ihm, um ihn anzusehen. Sein Blick ist wichtig. Daraus lässt sich vieles erkennen. Ob man will oder nicht. "Ich mag schreckhaft und kaputt sein. Aber ich weiß, dass dein Vater Spuren bei die hinterlassen hat. Ich weiß, dass jederzeit irgendwas sein könnte, dass dich schlagartig verändert."
Liebevoll fast schon streiche ich über seine Wange, seine Nase, seine Stirn.
"Aber ich kann nicht dauernd weglaufen. Ich will nicht weglaufen."
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Do 13 Aug 2015 - 21:27

Sie ist verdammt viel stärker, als ich gedacht hätte, als sie heute auf der Lichtung wieder vor mir stand und so ein Häufchen Elend war. Wahrscheinlich ist sie das auch immer noch, aber eben nicht mehr in meiner Gegenwart. Jetzt ist sie süß, weich und entspannt, anschmiegsam wie ein kleines Kätzchen und so kindlich lieb und mit dem Drang wirklich zu vertrauen und dabei nicht enttäuscht zu werden.
Das kann ich alles in ihrem Gesicht sehen, obwohl dieses nicht mehr das des lachenden tanzenden und fröhlichen Mädchen ist, sondern das einer unglücklichen Frau, die grauenvollen Schrecken und Qualen erleben musste.
Ich hingegen bin so scharfkantig und mit solchen Ecken und Kanten, dass es mich wirklich wundert, wie sie sich an mich schmiegen wollen. Alle meine Freundinnen oder Mädchen, die sich für mich interessierten oder für die ich mich interessierte, waren mädchenhaft und hübsch. Einige konnten wirklich gut kämpfen, andere konnten das hingegen gar nicht. Ich denke mit einem Grinsen an die sonst so elegante und anmutige Alice, die mit einem Schwert in der Hand eine derart schlechte Figur abgibt, dass man Angst haben muss, dass sie sich selbst weh tut.
Aber keine von ihnen war missbraucht worden oder ist innerlich zerbrochen. Sie sind aber auch nicht an mir zerbrochen. Wenn ich Sams Worte interpretiere und außer Acht lasse, wer sie nun tatsächlich auf Grund ihrer Erlebnisse ist, würde ich sagen, dass Mädchen neben mir will mit mir zusammen sein. Dass sie scharf drauf ist, mich ihren festen Freund zu nennen und außerdem auch scharf auf mich selbst ist. Denn bei mir ist nichts mehr unschuldig. Ich bin zwar erst 18, wobei erst mit 18 auch irgendwie seltsam klingt, aber wie jeder Pubertierende ist in meinen Gedanken fast alles zweideutig und ich bin eben auch nur ein Mann. Auch wenn Sam weiblich ist, so weiß ich ganz genau, dass Mädels genauso scharf auf Kontakt sind, nur mit ein bisschen anderen Zielen und ohne es immer an die große Glocke hängen zu müssen, wie manch einer meiner Geschlechtsgenossen.
Aber bei Sam ist das eben anders. Ihre Worte stehen im krassen Gegensatz zu dem, was sie ist. Und ich bin nicht gut, für ein verletztes Mädchen.
"New Orleans ist meine Heimat.", seufze ich leise. Denn das ist es wirklich. Ich bin dort geboren und meine Mutter auch. Es liegt mir einfach im Blut, denn diese Stadt und der Ort drum herum ist magisch. Selbst nach dem Katrina so viel Schaden und Schrecken angerichtet hat und dies nun schon Jahre her ist.
Der Jazz und die Madi Grass Feste und der Bayou. All das ist in mir, obwohl es mir nur vergönnt war, dort drei Jahre vollständig zu leben. Ich kehre oft dahin zurück, allein schon, um meine Familie heimlich zu beobachten.

Ich lache bei Sams Worten auf und zupfe sie an den Haaren. "Ja, nur klingt das gerade nach ganz anderen Dingen Sammy.", ich ziehe sie sanft auf und freue mich auf ihr Erröten, was bestimmt folgen wird, wenn ihr bewusst wird, was sie gerade gesagt hat. Wenn sie denn diese Reaktion unbelastet zeigen kann.
Ich muss plötzlich einsehen, dass mich selbst ziemlich mitnimmt, was ihr zugestoßen ist. Ich bin noch immer so unglaublich wütend auf diese Mistkerle, die sie gequält haben und sich von ihr genommen haben, was immer nur freiwillig gegeben werden kann und muss. Ständig muss ich daran denken, wie sie reagieren könnte, wenn man ihr auf dieser Ebene zu nah kommt, oder etwas sagt, was im sexuellen Zusammenhang stehen könnte. Das macht mich ganz verrückt und ist ganz bestimmt nicht gesund, schon gar nicht im Hinblick auf eine aufkeimende Beziehung, wenn es denn das ist, was hier entsteht. Egal ob nun Freundschaft oder mehr, denn ich bekomme es einfach nicht aus meinem Kopf.
Ich weiß sowieso, dass ich diese Schweine aufsuchen werde und ihnen schreckliches antun werde, um Sam zu rächen. Das ist giftig, für unser Verhältnis auf jeden Fall, aber ich kann einfach nicht anders. Was ihr angetan wurde, muss gesühnt werden.
Darum antworte ich auf ihre nächste leise Frage auch: "Ja Sam, genau das wird passieren. Ich bin nicht gut und damit kann ich prima leben. Ich bin auch nicht böse, versteh mich nicht falsch. Aber per Definiion liegt meine Moral und meine Ethik wohl nicht ganz im anerkannten Bereich und mit meinen Fähigkeiten, die alleine schon gruselig genug sind, macht das den Menschen eben Angst, wenn sie erkennen, wozu ich in der Lage bin und was ich bereit bin zu tun."
Sanft streife auch ich mit meinen Händen über ihre Wangen bevor ich meine Stirn gegen ihre lege.
"Ich könnte dir bereits jetzt Dinge zeigen, die dich vertreiben würden. Du würdest vor mir weglaufen. Aber das will ich nicht."
Der letzte Satz ist eine Entblößung. Ich gebe zu, dass ich sie hier bei mir haben will, dass ich nicht will, dass sie geht. Außerdem wären ihre eigenen Worte dann eine Lüge. Denn sie würde so verdammt schnell laufen, wie sie nur kann, um von mir fort zu kommen. Mein Herz klopft fast schmerzhaft hart.
Ich bin ein ziemlicher Trottel, dass sie mir bereits nach so kurzer Zeit derart unter die Haut geht. Es ist fast so, als wäre sie diejenige, die in der Lage ist, jeden, beziehungsweise mich, zu vergiften. Nur ist ihr Gift... für mich sehr viel schlimmer, als jedes zuvor.
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BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Do 13 Aug 2015 - 23:55

Seine Heimat... Erst jetzt fällt mir auf, wie wenig wir voneinander wirklich wissen. Aber es ist nicht schlimm. Der Prozess des Kennenlernens ist langwierig, verschachtelt und mitunter auch angsteinflößend. Doch er ist auch etwas Wunderbares. Sich einander anzuvertrauen, sich dem anderen zu öffnen und mitzuteilen, auch wenn es nur ein so kleiner Fakt wie der Heimatort ist, verbindet. Er verbindet sogar sehr.
In seinen Augen ist das Heimweh deutlich zu erkennen. Und wer könnte es ihm schon verübeln. Wenn man einfach so von Zuhause fortgeschickt wird, weil man eine Gefahr ist, dann sitzt die Sehnsucht nach Geborgenheit noch tiefer. Und wenn wir mal ehrlich sind, ist es doch eigentlich das höchste Ziel des Menschen, Geborgenheit zu finden. Ob es nun ein Ort, ein Hobby oder ein anderer Mensch ist. Ein besonderer anderer Mensch. Der Eine.
Ich bleibe still, bleibe einfach bei ihm und hoffe, dass ich ihm zumindest ein wenig das Gefühl geben kann, nicht allein zu sein, das Gefühl, dass ich da bin, dass ich für ihn da bin. Sowas muss nicht einmal romantische Hintergründe haben. Was nicht heißen soll, dass nicht genau das irgendwie in der Luft liegt. Schwer und süß. Betäubend.

Sein Lachen reißt mich aus der Betäubung. Er nennt mich beim Spitznamen, den ich eigentlich nur Will zugestehe, aber ich kann mich nicht lange mit dem Gedanken aufhalten, als mir gewahr wird, dass Caleb verdammt recht hat. Das was ich da sage, klingt eindeutig doppeldeutig. Ich erröte vor Scham.
"Das... nein, also... Ich... das will niemand sehen...", nuschele ich stockend und weiche seinem Blick aus. Er soll nicht sehen, wie unangenehm mir das ist.. Er könnte das falsch auffassen. Aber das soll er nicht.
Seine folgenden Worte, die Antwort auf meine Frage, berühren mich irgendwie. Sie sind so ehrlich, nicht verstellt, nicht großkotzig. Und als er dann seine Stirn wieder gegen meine lehnt, berührt es mich noch mehr. Seine Nähe tut mir... einfach gut. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass es so ist.
"Ich will nicht vor dir weglaufen. Selbst wenn.... du der grausamste Mensch der Welt sein kannst. Wenn du mich... angreifen würdest, dann hätte das sicher seine Gründe. Dann müsste ich..."
Mir gehen die Worte verloren. Der Satz bleibt unvollendet, schwebt davon. Meine Hand liegt wieder an seiner Brust, fühlt seinen Herzschlag, verinnerlicht ihn, leitet ihn an mein Herz weiter. Die andere bleibt an seiner Wange, während mein Blick seine Augen festhält. Sanft streiche ich mit meiner Nasenspitze an der Seite seiner Nase entlang, wobei ich beinahe seine Lippen mit meinen streife. Beinahe. Die Spannung ist da, die Stimmung ist da, irgendwie. Aber mir fehlt der Mut. Entweihte Lippen können nicht einfach so die Lippen eines anderen berühren. Das wäre nicht richtig. Und das kann ich auch nicht, obwohl alles in mir danach schreit. Alles, außer der tiefsitzenden Angst und dem Gefühl, alles zu zerstören durch solch eine einzige Berührung.
Ich spüre einen Kloß in meinem Hals und hole zitternd Atem. Wie unfair ich doch bin. Ich verursache doch diese ganze Spannung zwischen uns. Nur wegen mir ist da irgendwas, was alles werden könnte. Und ich kann es einfach nicht zulassen.
"Ich wünschte, ich könnte", flüstere ich scheinbar zusammenhangslos.
'Ich wünschte, ich könnte lieben.' - 'Ich wünschte, ich könnte einfach sagen, was ich will.'
Ich wünschte.
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