Helden des Olymp - A new Adventure

Eine Welt voller Abenteuer. Wähle zwischen Griechen und Römern. Sei ein Teil der Mythologie und bestimme das Schicksal der Götter mit.
 
StartseiteStartseite  PortalPortal  FAQFAQ  AnmeldenAnmelden  LoginLogin  

Austausch | 
 

 Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
AutorNachricht
Gast
Gast



BeitragThema: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Di 28 Jul 2015 - 20:38

das Eingangsposting lautete :

Ich streife durch das Camp, in dem die griechischen Halbgötter leben. Alles hier ist irgendwie befremdlich, ein bisschen gruselig, aber vorallem aufregend. Wenn bloß die ganzen Leute nicht wären. Neulinge werden schnell bemerkt und angesprochen. Aber mit einem netten Gespräch darf man bei mir nicht rechnen.
Ich versuche alles in mich aufzunehmen. Vergeblich. Es ist einfach zu viel. Wie kann man das bloß aushalten?
Der Zentaur Chiron hatte gesagt, ich müsse keine Angst haben. Aber das habe ich. Zu sehr erinnert mich das Camp an das Kinderheim, wo mein Leben sich verändert hat.
*Denk nicht dran!*, befehle ich mir. Doch wie soll das gehen, wenn seither das Leben dadurch beeinflusst wird?
In einer ruhigeren Ecke am Waldrand ziehe ich mich zurück und setze mich auf den Boden.
Nach oben Nach unten

AutorNachricht
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 23 Aug 2015 - 22:22

Ich habe das schmerzhafte Gefühl, irgendwas zerbrochen zu haben. Und obwohl ich weiß, dass Caleb nun mal so ist, weiß ich nicht so recht, ob ich die sein will, die das verursacht.
Dass er meinen ganzen Namen sagt, ist mir diesmal tatsächlich unangenehm. Normalerweise mag ich Spitznamen nicht, aber bei Caleb klingt es so sauer, wenn er meinen ganzen Namen sagt. Sowie man immer weiß, dass man was ausgefressen hat, wenn die Eltern das tun. Und er ist ja auch sauer. Zurecht.
"Okay."
Mehr bleibt mir nicht zu sagen. Es bezieht sich auf alles, was er gerade gesagt hat. Auf das Zimmer, die Leere, das Essen.
Einen Augenblick stehe ich nur da, tue nichts, sage nichts, atme nicht einmal. Dann umarme ich Caleb und presse mein Gesicht gegen seine Brust. Ich atme ein paar mal tief seinen Geruch ein, hebe dann den Blick, lasse aber nicht locker. Als könnte Caleb davonlaufen, wenn ich das tue.
"Wehe, du schiebst mich jetzt weg", sage ich ernst, während ich so feste drücke, wie ich kann.
Das alles ist verwirrend. Die Gefühle zwischen uns sind eine raue See. Tief und unruhig. Angsteinflößed und gewaltig. Riesengroß und verschlingend. Aber vor allem durcheinander.
"Schieb mich nicht weg."
Meine Hände streicheln seinen Rücken ganz leicht, sodass er es kaum wahrnehmen sollte und mein Herzschlag trommelt gegen meine Rippen, als wollte mein Herz zu seinem.
"Denk nicht so viel nach."
Ich sage es sowohl zu ihm als auch zu mir. Unsere Gedanken bremsen uns, verwirren uns, machen uns Angst und halten uns fest. Wir sollten nicht denken. Nicht die ganze Zeit.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 23 Aug 2015 - 22:34

"Würde ich nie tun, Baby.", meine Stimme klingt erneut rau. Ihre klang fast verzweifelt, als sie mich so flehendlich bittet sie nicht weg zu schieben. Aber das würde ich wirklich nie, wenn sie freiwillig zu mir kommt.
Ich schließe meine Arme ebenfalls um sie und halte sie an mich gezogen. Mein Gesicht senke ich zu ihrem, wo ich sie auf die Stirn küssen, bevor ich ihr tief in die Augen sehen und meine Stirn gegen ihre lehne. Ihre Haare sind noch immer nass und wahrscheinlich ist ihr deswegen auch kalt, denn ihre Haut fühlt sich kühl an.
"Niemals!", verspreche ich ihr, während mein Blick in ihrem versinkt.
Wäre dies schon wirklicher und müsste ich nicht befürchten, dass Sam leer wird, wenn ich es tue, würde ich sie jetzt küssen.
Aber damit werde ich warten müssen, bis sie mich von sich aus dazu auffordert, denn was das angeht muss und darf es nur in ihrem Tempo gehen, wenn ich sie nicht kaputt machen will.
Ich nicke, als sie verlangt, dass ich nicht so viel nachdenke, obwohl ich es sowieso nicht abstellen kann. Es mag Menschen geben, die Dinge einfach beiseite schieben können und dann tatsächlich völlig aufhören darüber nachzudenken. Ich gehöre nicht dazu. ich versuche Gedanken mit Musik zu übertönen. Hauptsächlich, wenn mein Vater mit mir spricht. Aber auch so, wenn ich überhaupt nicht zur Ruhe kommen kann. Denn in meinem Kopf kreiseln Gedanken immer wieder und lassen mich einfach nicht los.
Gerade konzentriert sich mein ganzes Denken auf Sam.
Immer wieder auf Sam.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 23 Aug 2015 - 22:55

Das Schloss umgibt mich wieder, verscheucht die Schatten, den Rauch der Vergangenheit und wärmt mich auf. Von ganz tief in mir drin kommt die Wärme, wie ein Ofen, der in meinem Inneren lodert und nur von Caleb befeuert werden kann. Mit jedem Wort, das er sagt, mit jeder Berührung, die er wagt. Mit jedem Kuss, den ich gestatten kann. Aber nur ihm.
"Ich weiß, es ist nicht fair", sage ich etwas schuldbewusst und halte seinen Blick fest.
Er hat sich mit mir eine Last auferlegt, die nicht jeder tragen kann. Mal abgesehen davon, dass ich das auch nicht will. Jemanden dermaßen dicht an sich heranzulassen, ist schon schwer genug. Da geht das einfach nicht bei jedem.
Ich streichele etwas fester seinen Rücken, gleite daran auf und ab. Der Wunsch danach, ihn einfach für immer so festzuhalten, ist groß, aber das geht natürlich nicht. Das schafft niemand. Irgendwann muss man schließlich ach mal essen.
Essen!
Da war doch irgendwas...
Ich schwebe durch die Schwärze seines Blicks, die mich vor den bösen Schatten schützt und sie verschluckt. Alles verschwindet. Um mich heum ist kein Platz mehr für die Erinnerungen von früher. Nicht so, dass es weh tut.
"Ich würde dir gerne zeigen können, was passiert ist, damit du... besser abschätzen kannst, was... in mir vorgeht. Ich würde dir gerne zeigen, was sie... getan haben, damit du weißt, wieso ich so bin, wie ich bin. Aber ich habe Sorge, dass du wütend wirst und dir was geschieht, weil du sicherlich wütend werden würdest und dann vielleicht einen Fehler machst. Mal abgesehen davon, weiß ich nicht, ob ich dir überhaupt zeigen kann, was passierte. Und ob du das wirklich wollen würdest."
Die Worte strömen einfach aus meinem Mund und sind nicht zu bremsen. Es ist ein bisschen, als würde die Stimme mich steuern. Ein bisschen. Denn es ist meine Stimme, die es mir einflüstert, mich dazu bringt, es laut auszusprechen.
Ich streiche mit der Wange über Calebs Gesicht, küsse ihn fein auf die Wangen und leicht und schnell auf die Nasenspitze. Wie gerne würde ich seine Lippen küssen. Aber etwas hält mich zurück. Noch nicht... Noch. Bald. Vielleicht.
Die Gedanken purzeln durcheinander wie ein Wurf junge Hunde. Ich versuche sie zu ordnen, verwirre mich damit aber nur noch mehr.
Aber da sind diese tiefdunklen Augen. Da ist Caleb. Mein Caleb.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Mo 24 Aug 2015 - 11:09

Ich seufze und halte Sam in den Armen.
"Das musst du nicht, Sam! Ich brauche keine Erklärungen für dein Verhalten oder warum du etwas tust oder nicht tust, solange du nicht Dinge tust, wie deinen Kopf unter den Wasserhahn zu halten und apathisch in die Luft zu starren. Damit komme ich nicht klar. Aber selbst dafür will ich keine Erklärung. Bei anderen Menschen würde ich sie auch nicht bekommen.
Deshalb musst du dich nicht dazu verpflichtet fühlen.
Mir wäre es nur lieb, wenn du weiterhin du bist und dann irgendwas tust, oder nicht tust, wenn was nicht in Ordnung ist, oder es dir nicht gut geht. Nur bitte sitz nicht wie eine leere Puppe irgendwo rum und spring dann plötzlich auf um völlig irrational zu handeln!", bitte ich sie harsch.
Denn natürlich werde ich wütend werden, wenn ich genau erfahre, was ihr zugestoßen ist. Weil ich diese Bastarde bereits jetzt umbringen will.
Es ist auch für mich ein Schrecken, ganz zu schweigen davon, dass es mir bestimmt nicht gut tut zu wissen, was diese Wichser Sam angetan haben in die ich mich verliebe.
Aber sie ist mir dafür keine Erklärung schuldig und muss sich auch nicht rechtfertigen, denn sie macht nichts in dem Sinne falsch.
Sie erschreckt mich nur, wenn sie sich so seltsam benimmt. Die Gründe dahinter kann ich mir sicherlich vorstellen und auch zusammen reimen.
Mit ihr in den Armen schiebe ich mich zum Tisch zurück um sie hinzusetzen, damit wir beide noch etwas essen können, auch wenn mir nicht mehr wirklich danach ist.
Rhaps schleicht durch die Tür herein. Auch die Pantherkatze spürt die Unruhe.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Mo 24 Aug 2015 - 13:30

Sein Blick ist hart. Das, was damals geschah, wäre zu viel. Zu viel für das zarte Band zwischen uns, das allein ein Regentropfen zerreißen könnte. Und doch ist es stark. So stark, dass mir kein Vergleich einfallen will.
"Werde ich", verspreche ich gegen seine Brust.
Langsam schiebt Caleb mich zum Tisch zurück, setzt mich fast liebevoll hin. Ich betrachte das Essen, das schon etwas runtergekühlt ist und nehme meine frische Gabel. Nachdenklich schiebe ich die Nudeln hin und her, während ich mir immer mal wieder einige in den Mund schiebe. Es schmeckt gut, auch wenn es nicht mehr heiß ist.
"Was würdest du tun, wenn ich wollen würde, dass du vielleicht möglicherweise eventuell unter Umständen womöglich..." Ich verheddere mich in meinen Worten und unterbreche mich, um den Satz zu entknoten.
"Was würdest du machen, wenn ich dich heute Nacht bei mir haben will?"
Hastig stopfe ich mir eine große Gabel voller Nudeln in den Mund und schiele unsicher zu Caleb. Die Frage ist mir peinlich. Vor allem da ich schon ewig niemanden mehr hab neben mir liegen lassen. Nicht einmal Will.
"Nur im gleichen Raum...", nuschele ich hinter einer neuen gehäuften Fuhre Nudeln. Ich will Caleb ansehen. Ich will wissen, wie er schläft, will sein Atmen hören, seinen Herzschlag erahnen. Mehr nicht.
Eilig schaufele ich Nudeln in meinen Mund, um irgendwas zu tun und Caleb nicht nervös anzuschielen.
Rhapsody, die in die Küche gekommen ist, bietet eine gute Ablenkung. Ich schaue sie an, zähle ihre Flecken, ordne sie der Größe nach im Gedächtnis und verschiebe sie. Egal wie man sie legt, Rhapsody sähe immer fantastisch aus. So, wie ich es mir wünsche, wenn ich in den Spiegel schaue. Sie ist eine Einzigartigkeit unter Artgenossen. Und ich? Bin ich so einzigartig wie sie? Vielleicht. Auf eine schreckliche und womöglich aber auch wunderschöne Art und Weise.
Iegendwann hatte Philipp es mir mal gesagt. Aber ich hatte es ihm nicht geglaubt. Es kam mir abwegig vor, auch wenn Dad immer davon sprach, welchen Seltenheitswert jeder Mensch hat, besonders Menschen wie mein Bruder und ich. Menschen, die ihr Herz verschenken können und aufblühen, wenn man sie lässt. Glückliche Menschen.
Bin ich glücklich?
Mein Blick wandert zurück zu Caleb. Auch wenn es gerade schwierig ist, auch wenn wir es nicht leicht hsben werden, es lohnt sich, dafür zu kämpfen. Und das macht mich glücklich.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Mo 24 Aug 2015 - 23:10

Es besänftigt mich nicht gänzlich aber doch etwas, als sie verspricht nicht wieder so einen Mist zu machen, wie eben gerade.
Am Tisch sitzend stochert Sam mehr in ihrem Essen, als das sie es tatsächlich zu sich nimmt und sieht immer wieder zu mir herüber. Ist sie jetzt unsicher?
Ich warte selbst immer noch auf den großen Knall, wenn sie mein Handeln realisiert.
Dann plappert sie los und ich bin versucht zu schmunzeln, esse aber langsam weiter meine eigene Portion. Dann stellt sie die Frage, die ihr wohl unter den Nägeln brennt. Ich blicke zu ihr hin.
Jetzt schaufelt Sam die Nudeln in den Mund, dass man Angst haben muss, sie drohe daran zu ersticken.
Dann nuschelt sie hindurch und ich runzele die Stirn.
"Wenn ich nicht auf dem Fußboden schlafen muss. Ich bin nicht so sehr der Typ fürs Campen. Und ich muss auch nicht zwanghaft auf einem Feldbett schlafen, nur weil sie uns mehr oder weniger allen hier eine Kriegerausbildung aufzwingen. Ist mir egal, ob Halbgott oder nicht, ich mag es dann doch eher bequem als unbequem.", erwidere ich nüchtern und sachlich, während ich Sam weiterhin direkt ansehe.
Sie hingegen weicht meinem Blick aus und starrt deshalb Rhaps an, die immer noch nicht zu wissen scheint, wie sie die Stimmung in der Küche zu deuten hat, weshalb sie auch relativ weit weg von uns vor der Wand gekauert hockt und uns beobachtet.
Ich schiebe meinen Teller ein Stück von mir, nachdem ich aufgegessen habe und warte darauf, dass Sam mich wieder ansieht oder ich erste Hilfe leisten muss, wenn sie an den Nudeln zu ersticken droht. Ich wusste gar nicht, dass eine so kleine Person so schlingen kann.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Mo 24 Aug 2015 - 23:57

'Nicht auf dem Boden...', wispern meine Gedanken. Das hieße doch sicherlich... Ich spüre, dass ich rot werde. Prompt trifft mein Blick den von Caleb. Caleb wirkt ungerührt und ruhig. Aber vermutlich hat er schon öfters mit jemand anderem im Bett geschlafen. So oder so.
Ich lege die Gabel ab, als die Nudeln verschwunden sind und setze mich auf meine Hände, um sie daran zu hindern, irgendwas zu tun.
Rhapsodys abwägender Blick sondiert das Szenario, studiert unsere Gesichter. Aber ich bekomme es nur am Rande mit.
"Also... meinst du... in einem Bett?", stammele ich zusammen und zeichne mit dem rechten Fuß eine Spirale auf den Boden, den ich beim Geradesitzen gerade noch so erreiche, wenn ich den Fuß strecke.
Kurz huscht mein Blick zur Seite und registriert die feuchten Flecken am Küchenboden, wo meine nassen Sachen gelegen hatten. Die Sachen, die Caleb...
O Götter...!
Wenn es noch eine Nuance röter gibt, so nehme ich diese Farbe gerade wahrscheinlich an. Caleb hatte mich ausgezogen. Caleb hatte MICH ausgezogen! CALEB!
Ich springe auf und mache Anstalten, die Küche zu verlassen, klebe aber am Boden fest.
"Du... mich... nass...", bringe ich wirr hervor und verschränke die Arme vor der Brust. Doch dann fällt mir die Wärme ein. Die Wärme seiner Hände. Warme, sanfte, aber bestimmte Hände. Ich entspanne die Arme etwas, lasse sie etwas sinken und sehe Caleb sprachlos an. Wieso hatte ich es zugelassen? Wieso machte es mich mehr verlegen als dass es mir Angst einjagte?
Aber die Antworten sind ganz einfach. Die einzige Möglichkeit, die Fragen zu beantworten, ist: Es ist nun mal Caleb.
Der Mann, an den ich mein arg mitgenommenes Herz verliere. Der Mann, der mit mir kämpfen will.
"Ich hab noch nie erlebt, dass ein Mann mich auszieht, ohne mich weiter zu berühren", höre ich mich sagen. Leise zwar, aber deutlich.
"Es ist nicht schlimm... Denk das nicht. Es ist okay, dass du... das gemacht hast. Denke ich. Aber..."
Aber was? Ich will das nicht? Das stimmt nicht ganz. Ich will es, aber ich kann noch nicht. Ich kann das nicht? Doch eigentlich kann ich. Ein ewiger Teufelskreis.
"Aber ich will nicht, dass du irgendwas siehst, was... daran erinnert."
Ja, das ist es in Wirklichkeit. Das ist das Problem. Das ist der wunde Punkt. Denn ich weiß nicht, ob man noch irgendwo etwas sieht. Ich sehe mich nie genauer an, traue mich nicht, meinen Körper länger anzusehen, aus Angst, irgendwas zu entdecken, dass mich zurück wirft, dass mich erinnert. Wie würde da erst Caleb reagieren, wenn er versteht, woher die eventuellen Narben oder sonst was kommen?
"Ich will nicht, dass du wütend wirst. Verstehst du das?"
Ich sehe ihn abwartend an.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Di 25 Aug 2015 - 12:23

Nicht was ich gesagt habe, aber Sams Hirn scheint daran zu arbeiten und sie schustert sich ihre eigene Aussage hinter meinen Worten zusammen.
Und dann flippt sie aus...
Ok, jetzt hat sie mitbekommen, dass ich sie vorhin gänzlich ausgezogen hab, bevor ich ihr mein Shirt übergestreift habe.
Als sie aufspringt und flüchten will, jedenfalls sieht es einen Moment so aus, bleibe ich sitzen, weil es nichts bringen würde, wenn ich ihr jetzt nachrenne und sie so in die Ecke treibe, selbst wenn ich schneller bin als sie und ihr einfach den Weg abschneiden würde.
Allerdings bleibt sie stehen und ringt nach Luft, während sie knallrot anläuft. Oh je, hoffentlich fällt sie mir vor lauter Panik nicht in Ohnmacht.
Sam scheint sich zur Ruhe zu zwingen und traut sich sogar in meine Richtung zu sehen, auch wenn sie mich nicht direkt ansieht.
Ich stütze den Kopf auf eine meiner Hände und den Ellbogen auf den Tisch. Mit der anderen Hand kratze ich mich an der Augenbraue und warte ab, was sie zu sagen hat.
Langsam und stockend fasst sie in Worte, was ich einfach nur als Panikreaktion gedeutet hätte.
Immer noch am Tisch sitzend zucke ich die Schultern.
"Nö, nehme ich nicht an und es ist ja nicht so, dass ich wirklich geguckt hätte.", seufze ich.
Mein Seufzen klingt mehr bedauernd, als alles andere, denn das ist es auch, was ich darüber empfinde. Ich bin auch nur ein Kerl und Brüste sind nun einmal... ja Brüste eben. Wäre die Situation eine andere, würde ich darüber grinsen.
In diesem Fall ist Sams Angst unbegründet. Eventuelle Narben die sie trägt zeugen von ihrer Stärke etwas zu überstehen, sie sind kein Markel. Jedenfalls nicht, wenn sie sie sich nicht selbst zugefügt hat mit dem Ziel sich zu verletzen. Das kann ich mir bei Sam einfach nicht vorstellen, nicht einmal, wenn sie in dem dunklen Loch zu sitzen gezwungen ist.
"Ich würde gerne.", setze ich deshalb hinzu und erwidere ihren Blick direkt, als sie mich jetzt anschaut.
"Aber das war nicht die richtige Situation. Ich sage ja, deine leeren Augen machen mich wahnsinnig. Deswegen kann ich auch nicht nachvollziehen, wieso man mit jemandem Sex haben will, der das selbst nicht will, oder mit einer Gummipuppe."
Ich erschaudere und versuche ihr gleichzeitig Ablenkung zu geben.
Sam darf nicht ständig an das alles denken müssen und gleichzeitig muss sie um es überwinden und wegstecken zu können lockerer mit ihren Begierden und sich selbst umgehen.
Sie schaut sich selbst nicht an. Zupft nur am Saum meines Shirts, schaut sich darin aber nicht an, wo die meisten anderen Menschen wenigstens geschaut hätte, ob sie einigermaßen bedeckt, beziehungsweise wie bedeckt sie damit sind. Ob nun Mann oder Frau, die meisten hätten einen Kommentar dazu fallen lassen. Sam gar nicht. Sie hat es einfach hingenommen. Wahrscheinlich hätte ich ihr auch nur ein Handtuch umwickeln können, Hauptsache sie wäre soweit bedeckt gewesen.
"Ich würde dich gerne ansehen Sammy. Nur bist du noch nicht so weit und ich müsste mich viel zu sehr am Riemen reißen, weil ich dann noch so viel mehr wollen würde.
Ich sage auch nur, dass ich keinen Bock habe auf dem Boden zu pennen. Ich bin ein Bequemlichkeitsmensch, wenn ich wenigstens die Möglichkeit dazu habe." Ich ziehe eine Augenbraue hoch. Denn das war ja eigentlich das Thema bei dem wir gerade waren, bevor uns die Realisierung des Vorgefallenen eingeholt hat.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Di 25 Aug 2015 - 13:03

Wirkliches Bedauern liegt in seiner Stimme, in seinem Blick, in seiner Haltung. Und darum tut es mir ein wenig leid. Ich spüre, dass die Verlegenheit jetzt einem neuen Gefühl weicht. Einer Art Sehnsucht. Sehnsucht, auszutesten, was wäre, wenn ich mich trauen könnte.
Aber dazu muss ich mich erst selbst ansehen können, bevor er es sollte.
In einem Atemzug wechselt Caleb das Thema und kommt auf die Frage nach dem Bett zurück. Bequemlichkeitsmensch. Das passt irgendwie zu ihm. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht. Ganz kurz, sodass ich es selbst kaum mitbekomme, von der Dauer eines Flügelschlags.
"Es wäre... machbar", überlege ich laut und nähere mich ihm. Seine tiefdunklen Augen glitzern ein wenig schelmisch, während er die Augenbraue hochzieht und mich mustert.
Mit den Worten verpflichte ich mich zwar zu nichts, aber es ist bereits beschlossene Sache, dass ich es versuchen möchte. Flucht nach vorne. So nennt man das angeblich wohl. Flucht in seine Arme.
Dicht vor ihm bleibe ich stehen und lege vorsichtig die Hand auf seine. Wieder fällt mir auf, wie riesig seine Hände im Vergleich zu meinen sind. Ich komm mir vor wie ein kleines Mädchen neben ihm. Außer beim Tanzen. Beim Tanzen bin ich die Frau, die ich gerne sein möchte. Kein kleines, verschrecktes Kind mehr.
"Wollen wir schon schlafen gehen oder... noch irgendwas machen?", frage ich und versuche dabei normal zu klingen und nicht so, als wäre ich schrecklich aufgeregt. Aber ganz unterbinden lässt es sich nicht. Leider.
Wenn ich ein paar Stunden zurückdenke... Da waren wir uns noch fremd, wussten nicht, dass wir einander schon kannten. Und jetzt...? Wie beschreibt man den Zustand zwischen uns jetzt? Ist es schon eine Beziehung? Eine Liebesbeziehung? Oder liegt es an mir, eine daraus zu machen?
Liebe.
Es ist ein so kurzes Wort. Aber es hat so viel Bedeutung. Liebe zerstört Menschen, verletzt sie, prägt sie, verändert sie. Liebe ist der größte Schmerz der Welt. Aus Liebe wurde schon so mancher Krieg geführt. Man denke nur mal an Helena und Paris und Odysseus.
Aber Liebe ist auch gleichzeitig das Allheilmittel. Liebe stärkt, kittet, verleiht Mut und sie macht glücklich. Liebe. Aus Liebe sprigen wir über unseren eigenen Schatten. Sei es, aus Liebe zu einer Person oder aus Liebe zum Leben.
"Hast du vielleicht Euphoria von Loreen da? Oder einen Anschluss für mein Handy für eine Anlage oder so?", frage ich unvermittelt. Mir ist nach Musik. Nach kräftiger, nach oben strebender Musik. Und mir ist nach Tanzen. Tanzen, damit ich wieder für eine Weile die sein kann, die ich sein möchte. Die ich mal war.
Strahlend, hell, groß und entschlossen.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Mi 26 Aug 2015 - 11:11

Ich drehe mich so auf dem Stuhl, dass ich seitlich auf ihm sitze und Sam vor meinen Beinen steht.
"Du weißt aber schon, dass das klingt, als würdest du mir ein Angebot machen?", frage ich sie und entscheide mich dafür sie normal zu behandeln. Sam wird mir schon signalisieren, wenn sie nicht mehr kann, wenn es ihr zu viel ist und ihre Grenze erreicht ist.
Ich selbst führe gerade so einen Eiertanz um sie herum auf, als wäre sie aus Glas. Nur neige ich eher dazu feine Glasskulpturen mit Abstand zu betrachten. Hinstellen würde ich mir sowas sowieso niemals. Darum ist es vielleicht besser, wenn ich Sam ganz normal behandel. Die Reißleihne kann ich immer noch ziehen, wenn ich merke, dass sie dicht macht und nicht weiter kann.
Es kann sogar sein, das es sie gesünder werden lässt, wenn ich sie nicht mit ständiger Vorsicht behandel und so ganz anders, als ich es normalerweise tun würde. Eben bei ihrem seltsamen Zusammenbruch habe ich einfach gehandelt und sie hat erst gerade eben bemerkt, wie nahe ich ihr dabei gekommen bin und außer dass sie jungfrauenhaft knallrot angelaufen ist und ein bisschen nach Luft geschnappt hat ist nicht viel passiert, was bedenkenswert wäre.
Also schnellen meine Hände vor und packen ihr Hüften und im nächsten Moment plumpst Sam etwas unelegant, weil überhaupt nicht darauf vorbereitet in meinen Schoß. Ihr Rücken gegen meine Brust gelehnt sitzt sie jetzt auf meinen Beinen. Ihre immer noch nassen Haare rutschen aus dem Handtuch und streifen über meinen Arm, was mir ein Schaudern einbringt.
"Was willst du denn anderes machen, außer mit mir schlafen zu gehen?", schnurre ich an ihrem Ohr.
Dann fragt sie mich nach diesem Lied, was zwar grob ertragbar war, welches ich aber nicht freiwillig spielen würde.
Da scheiden sich nun mal Geister, was verschiedene Musikstücke angeht. "Ich hab Anschlüsse und Boxen, die mit deinem Handy kompatibel sein sollten, aber muss es unbedingt Euphoria sein? Wie wäre es mit "We are Young" von Fun?"
Ich wackle mit den Augenbrauen und zucke dann die Schultern.
"Ich könnte es auch für dich spielen? Und du tanzt für mich?" Meine Gedanken sind hier zweigeteilter Meinung. Die einen streben in die Richtung, dass es einfach fantastisch ist Sam tanzen zu sehen und die Freunde in ihr und die andere Hälfte denkt an das sexy Tanzen, welches manche Mädchen für ihre Freunde machen. Dabei wird mit der Mund trocken, wenn ich daran denke, dass Sam das machen würde.
Denn im Grunde kann ich garantieren, dass sie dabei lachen und ihren Spaß haben wird, ganz zu schweigen davon, dass es bei mir alle Sicherungen raus schießen würde. Meine Version des Liedes Fun wäre auch eine etwas andere... Sam könnte mitsingen... das fände ich cool.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Mi 26 Aug 2015 - 13:31

"Vielleicht soll es ja eines sein", erwidere ich, so selbstbewusst es mir möglich ist. Noch während wir reden, verändert sich meine Wahrnehmung, als würde die Musik schon spielen, wobei es unwichtig ist, was für ein Lied kommen wird. Ich bekomme erst spät mit, dass er mich auf seinen Schoss gezogen hat und ich nun an ihm lehne, wobei mir jedoch deutlich bewusst ist, dass ich auf ihn gekippt bin wie ein Sack Kartoffeln.
"Mir ist das Lied ganz egal, solange es passt", antworte ich, während ich mich ein wenig zu ihm umwende, um ihm ins Gesicht schauen zu können. "Du spielst und ich tanze? Das klingt gut."
Ich lächele, schon längst versunken in die Musik, die mich umschmeicheln wird. Die Musik, die aus mir eine Frau macht und kein kleines Mädchen. Ob Caleb sich bewusst ist, dass Musik mich erlöst? Dass sie mich selbstbewusster und womöglich weiblicher macht?
"Wirst du sitzen?", frage ich und überlege schon, aufzustehen. "Soll ich aufstehen?"
Meine Hände ergreifen seine, halten sie auf meinem Bauch fest und drücken gegen meinen sich hebenden und senkenden Bauch.
Calebs Nähe und die Aussicht auf einen hübschen Solotanz macht mich ein wenig mutiger, ebenso wiw die Tatsache, dass er mich nicht mit Samthandschuhen anfasst sondern normal. Etwas, das mich oft schon gestört hat bei einigen Leuten. Es passt auch gar nicht zu Caleb. So wie es jetzt ist, ist es richtig.

(Muss die musik zuhause hören. :*)
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Mi 26 Aug 2015 - 23:10

Ich lache heiser auf, weil sie versucht ganz süß und niedlich zu reizen und selbst ihre unschuldige Art, die das alles mehr verderben sollte, sorgt postwendend dafür, dass mir heiß wird. Ich drücke sie an mich und schmiege mein Gesicht gegen ihren Hals, obwohl ihre Haare nass und kalt sind.
"Das glaube ich dir noch nicht so richtig Sammy! Das musst du noch ein bisschen mehr üben. mehr verruchtes Kätzchen in die Stimme packen und so.", ziehe ich sie sanft mit einem Lachen auf, auch wenn sie mich innerhalb von Sekunden nackt und bereit hätte, wenn ich mir sicher wäre, dass sie das tatsächlich will und sich nicht nur versucht auszutesten. Denn das tut sie. Sie versucht mutig zu sein und das macht mich unglaublich stolz auf meine starke Sam. Sie kämpft um ihr Recht auch in dieser Hinsicht Gutes erleben zu können und Verlangen und Begehren zu haben. Verknüpft mit Gefühlen, die dazu gehören sollten.
Als sie meine Hände nimmt und sie mit ihren verschränkt und unser beider Hände dann gegen ihren Bauch drückt küsse ich sie auf den Nacken bevor ich den Kopf ein Stück zurück ziehe und sie unter gesenkten Liedern von schräg unten anschaue.
"Woher willst du wissen, ob die Musik passt, die ich spielen werde?", will ich neugierig von ihr wissen. Ich halte sie weiter fest und drücke sie an mich.
"Ich kann sitzen bleiben, aber zum tanzen solltest du vielleicht aufstehen. Außerdem bräuchte ich Circe..."
Aber eigentlich will ich nicht aufstehen und sie loslassen.
Also bleibe ich sitzen und halte Sam einfach weiter auf meinem Schoß sitzend in den Armen.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Mi 26 Aug 2015 - 23:38

Ich spüre jede seine Berührungen um ein Vielfaches verstärkt, verbinde es mit dem Tanz, der einfach ohne mich schon angefangen hat und sich mehr in meinem Kopf abspielt.
"Verruchtes Kätzchen?", frage ich mit einem Anflug von Belustigung. Die Worte passen irgendwie nicht zusammen, zumindest nicht in meinem Kopf. "Ich glaube, ich finde schon raus, was Caleb Vain mag."
Sein Kuss in meinen Nacken kribbelt über meinen Rücken bis zu meinem Bauch, wo er meine Nerven unter Strom setzt. Eine leichte Gänsehaut legt sich auf meine Oberarme und meinen Nacken. Ich drücke seine Hände etwas fester.
Der Blick, mit dem er mich ansieht, beschäftigt mich ein wenig, am Rande des Tanzes in meinem Kopf. Seine Worte schweben wie eine Melodie durch meine Gedanken.
"Ich vertraue dir", erwidere ich simpel. Es bezieht sich eigentlich auf die Musikauswahl, aber es steckt auch so viel mehr dahinter. Es ist das, was ich will. Ihm mich anvertrauen. Komplett. Nur ihm. Darum geht es doch. Und wenn das gegeben ist, dann... kommt noch mehr. Viel mehr.
"Aufstehen...", echoe ich gedankenverloren, drehe mich ein wenig in seinen Armen, sodass ich seine Hönde noch auf meinem Bauch spüre, ihn meinen Kopf aber gut an seinen lehnen kann. Ich möchte nicht aufstehen, aber gleichzeitig will ich sehen, was passiert. Was passiert, wenn der Tanz aus meinem Inneren sich befreit und Caleb wahrnimmt, ihn zu einem teil des Ganzen macht, ihn vielleicht zum Zentrum ernennt.
Jeder Tanz erzählt eine Geschichte. Vielleicht wird es seine, vielleicht meine, vielleicht der Traum unserer Geschichte.
Ich streiche sanft mit der Wange über seine, drehe mich weiter, bis ich ihn direkt ansehen kann und seine Hände auf meinem Rücken liegen. Meine Beine befinden sich beide auf einer Seite von ihm, jederzeit bereit zu tanzen. Meine Stirn an seiner, die Arme um seinen Nacken geschlungen, sehe ich ihm in die Augen, verliere mich wieder in ihnen und lächele.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Do 3 Sep 2015 - 12:35

Sam bleibt auf meinem Schoß sitzen und wären wir normal, dann wäre das wohl einfach ein Augenblick der Nähe zwischen einem Paar. Sowas findet entweder zum Beginn einer Beziehung statt, wenn beide noch total ineinander verliebt sind, oder aber, wenn beide schon so lange miteinander vertraut sind, dass sie einfach tiefe ruhige Liebe und vor allem Zuneigung zu einander empfinden, dass sie immer noch so dasitzen können. Denn die Nähe in diesem Moment jagt mir einen Schauer über den Rücken und unweigerlich frage ich mich, ob ich überhaupt dazu bereit bin. Ich habe noch nie so eine Nähe zu jemandem gespürt, wie sie gerade in dieser Situation ist und ich bin zwar monogam ausgerichtet gewesen bei meinen bisherigen Beziehungen, konnte mir bisher aber noch nie vorstellen, dass das halten würde. Halten im Sinne von halten für immer.
Auch mit Sam kann ich das nicht... für immer ist ganz schön...mächtig. Immer ist ein mächtiges Wort.
Deswegen weiß ich nicht, ob ich dafür bereit bin, dass sie mir so nahe kommt und solche Dinge sagt. Dinge wie "Ich könnte dich lieben..." oder Dinge wie "Ich vertraue dir!". Die Diskussion über mich und mein Wesen haben wir bereits geführt, aber sie scheint mir einfach noch nicht aus der Welt zu sein. Oder aus meinem Denken. Auch wenn wir gesagt haben, wir probieren es.
Darum seufze ich leise, als sie sich an mich schmiegt, bevor ich sie langsam von meinem Schoß schiebe. Es ist nicht so, dass ich mit Macht diesen Moment zerstören will. Ich halte ihn nur im Moment einfach nicht länger aus.
"Gehst du mir die Gitarre holen?", bitte ich Sam, die jetzt neben mir steht, während ich den Arm um ihre Hüften gelegt habe. Denn ich will sie gleichzeitig auch eigentlich nicht loslassen. Innerlich zerrissen nennt man das wohl.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Do 3 Sep 2015 - 13:55

Als er mich wegschiebt und doch gleichzeitig an sich zieht, bin ich für einen Moment verwirrt. Ich dachte, ich wäre die, die hin und hergerissen ist. Anscheinend nicht. Woran das liegen mag?
Liegt es wirklich nur daran, dass Caleb sich selbst als Monster sieht, als einen Bösen? Oder hat es mehr Bedeutung, geht es tiefer?
Fragen über Fragen.
Der Tanz in mir verwickelt sich in die endlosen Fäden der Fragen, die immer mehr Ungeklärtes mit sich ziehen. Eingesponnen in den Kokon aus Nebel zieht sich der Tanz ein wenig zurück, rollt sich zusammen und macht sich klein.
"Okay."
Ich löse sanft seinen Arm von mir und gehe langsam zu Circe, die nach wie vor in ihrem Ständer steht. Für einrn Moment schaue ich sie nur an. Ihre klare Form, ihre reflektierenden Seiten, ihr polierter Korpus. Dann nehme ich das Instrument auf und drehe mich wieder um.
Ist es wirklich eine gute Idee, wenn ich jetzt tanze? Macht das irgendwas einfacher? Kann es uns irgendwas erleichtern?
Schon wieder Fragen. So viele unbeantwortete Fragen. Und die Antworten stehen weit weg in den Sternen.
Mit der Gitarre im Arm kehre ich zu Caleb zurück und lege ihm das Instrument auf den Schoß, bevor ich mich auf den Boden setze, das Gesicht abgewendet, und warte. Darauf, dass die Musik kommt, darauf, dass die Antworten kommen. Irgendwas.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Do 3 Sep 2015 - 14:24

Ok, ich bemerke sofort, dass ich die Stimmung kaputt gemacht habe und die Nähe gerade verfliegt. Das erleichtert mich einerseits und doch macht es gleichzeitig alles schwerer, wenn Sam so distanziert von mir dort sitzt und wieder schweigt. Nur das sie jetzt nicht schweigt, weil sie nicht spricht, sondern, weil es einfach nichts dazu zu sagen gibt.
Ich weiß nicht welcher Impuls mich treibt, aber am Ende wird es ein ganz anders Lied als eigentlich geplant. Eigentlich gefällt mir an diesem Lied nur der Beginn, bevor der Sänger in die deutsche Sprache wechselt bis hin zum Refrain, der mir dann wieder doch ganz gut gefällt.
Und eigentlich bezieht es sich mehr auf diesen Moment mit Sam, als auf sie selbst, obwohl sie es ist. Sie ist so schön, dass es mich völlig aus der Bahn wirft. Und das Zusammensein mit ihr ist ganz und gar nicht einfach für mich, auch von meiner Seite aus, ohne mich darauf zu beziehen, dass ich ein Monster bin. Es reicht, dass ich Ich bin, um es schwer für mich zu machen.
Ich beginne mit einer tragenden Melodie auf der Gitarre und singe dann die ersten Zeilen des Liedes. Und die Musik bekommt einen ganz anderen Touch und bleibt gleichzeitig, obwohl sie selbst in der ursprünglichen Fassung ein Liebeslied war, schwermütig.
Ich weiß nicht, wie ich mich daraus lösen kann. Denn mit Sam ist es nicht einfach nur das ineinander Verknallen, was sich leicht und wild und frei anfühlt obwohl ich mir das für uns wünschen würde, nur um zu entdecken, dass es Echt sein kann. Dass es schwer und bedeutend darunter ist.
Und wenn ich das dann entdecke, dass es nicht mehr so beängstigend und verwirrend für mich ist.
Nur haben wir diese Verknallt-Phase gar nicht durchgemacht. Ich spiele weiter und weiß nicht, wie ich daraus ein Lied der Freude machen soll...
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Do 3 Sep 2015 - 20:51

Sanft, überraschend sanft, beginnt Caleb ein Lied, das ich nur bruchstückhaft kenne. Ich lausche für ein paar Takte seiner Stimme, dann lasse ich den Tanz frei, der noch immer gegen den Kokon kämpft. Ich rolle mich über den Boden, stehe in einer Bewegung auf und lasse mich wieder fallen. 'Wie eine Robbe', hatte Miss Lionheart es beschrieben und mich damit irgendwie zum Lächeln gebracht.
Die ängstliche Sam lässt sich von der Sanftheit einlullen, gleitet in den Schlaf und lässt die alte Sam, die mutige und starke Sam ans Steuer. Aber im Grunde spielt es keine Rolle. Ich lasse mich führen. Die Musik leitet mich an. Caleb ist die Stimme in meinem Kopf, die alles in mir ausfüllt.
Mit weichen, schwebenden Drehung nähere ich mich dem Quell der Musik, umkreise ihn gleite an ihm vorbei. Ich gestatte mir eine kurze Berührung, lege meine Arme von hinten um den Spielenden und Singenden und schmiege mich für den Bruchteil einer Sekunde an ihn. Dann entferne ich mich wieder.
Wie ein Blatt im Wind.
Beim deutschen Refrain sehe ich Caleb an. Sehe ihn wirklich und lächle. Nur kurz. Denn er sieht so... besorgt aus. Besorgt und beinahe schon verletzlich. Als das Lied sich dem Ende neigt, komme ich ihm näher, sinke neben ihm zu Boden und wiege mich den Stuhl umkreisend zu den letzten Tönen, bis mein Kopf an seinem Knie lehnt. Es ist fast keine Berührung, aber sie soll auch nicht mehr sein.
Wie Caleb das Lied wohl meint? Eine neue Frage in Hinsicht auf ihn. Eine von so vielen. Aber in diesem Moment ist sie die wichtigste.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Fr 4 Sep 2015 - 11:30

Es war mehr Ballett als alles andere. Eigentlich stehe ich überhaupt nicht auf Ballett weil ich manchmal finde, dass die Bewegungen wie verdrehte Puppen aussehen, die an Bindfäden eines Marionettenspielers hängen. Keine Frage, unglaublich schwer so zu tanzen und dabei dann auch noch Mühelos geschmeidig und uneingeschränkt zu werden. Aber ich finde es meistens wirklich nicht hübsch. Bei Sam sah es jetzt nicht ganz so verdreht aus, aber sie hat auch nur fließende Bewegungen benutzt.
Ich streichele ihr über das Haar, nachdem sie ihrem Kopf an mein Knie lehnt und halte Circe im anderen Arm.
"Ich glaube ich habe die Stimmung für heute Abend ein weiteres Mal erfolgreich gedrückt.", meine Stimme klingt rauer als sie sollte, dabei war das Singen nicht wirklich anstrengend oder fordernd.
Aber auch das liegt an der Situation nehme ich an, denn auch dieser Moment, in dem ich ihr beim Tanzen zugesehen habe, hat die Verwirrtheit nicht gemildert und die Verrissenheit nicht gemindert.
Das liegt allein an mir, denn Sam traut sich immerhin. Sie hat sich getraut und ist über den Rand der Klippe gesprungen und befindet sich nun im freien Fall in die Tiefe. Es ist an mir, sie vernünftig aufzufangen und ihr zu helfen beim Fallen alles loszuwerden, was nicht zu ihr gehört, was sie nicht länger belasten soll. Und dabei macht Fallen eigentlich allen Menschen Angst. Viele Albträume sind ein endloses Fallen ins schwarze Nichts, immer weiter in die Tiefe.
Es ist ganz und gar nicht einfach und ich habe großen Respekt vor ihr, dass sie sich traut und so mutig ist.
Was immer noch nichts daran ändert, dass es so viel ist. Das mich meine eigenen Gefühle an den Boden binden und nach unten ziehen, ohne das ich falle. Ich bin einfach nur bleischwer und ich weiß nicht, ob Sam nicht an mir zerschellt, wenn ich sie auffange...
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Fr 4 Sep 2015 - 15:08

Seine Hand auf meinem Haar ist schwer, so schwer wie seine Gedanken. Vielleicht sind sie aber noch schwerer. Der raue Klang seiner Stimme vibriert in meiner Brust. Der Tanz ist noch nicht zu Ende, der Kokon noch nicht geöffnet. Der Schmetterling hat seine Flügel noch nicht entfaltet.
"Du hast Angst, mir wehzutun. Ist es nicht so?"
Ich frage ihn nicht wirklich, spreche eher meine Gedanken aus, die er hervorruft. Die Gedanken, die weitere Gedanken mit sich ziehen.
Was, wenn es nicht geht? Wenn wir einander nicht genügen oder uns entrissen werden? Was, wenn... es wieder passiert? Wenn mich wieder jemand berührt? Wenn jemand Caleb verändert?
Was, wenn Tyche oder Fortuna andere Pläne mit uns hat und wir nur ein Zeitvertreib für Aphrodite sind?
Die Fragen sind unsinnig, wenigstens teilweise. Aber irgendwo sicherlich berechtigt.
"Du solltest dich nicht vor dem hier fürchten."
Ich stehe auf, halte seine Hand aber an meiner Wange fest. Dann beuge ich mich vor und berühre mit den Lippen seine Stirn, als könnte ich so die Gedanken löschen. Auch wenn ich genau weiß, dass das nicht geht und dass es wahrscheinlich nicht einmal helfen würde. Denn nur mit den vielen Gedanken ist Caleb nun einmal Caleb.
Der Caleb, der den Schlüssel gefunden hat, um mich zu befreien.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 6 Sep 2015 - 17:03

"Ach Sammy, wenn du nur wüsstest.", sage ich sanft zu ihr, als ihre Lippen meine Stirn berühren. Sie ist so weich und zärtlich zu mir und ich bin eben doch nur ein Bastard. Denn am liebsten wäre ich gierig. ich würde sie am liebsten schnappen und ihr tiefe heiße, feuchte und atemlos machende Küsse stehlen, bevor ich ihr all ihre Kleidung ausziehe und auch meine eigene Kleidung von mir werfen, um ihr so nahe zu kommen, wie es körperlich nur eben geht.
Ja, ich habe ein Problem mit der extremen emotionalen Nähe, die uns beide zu erdrücken scheint, jedenfalls mich und viel zu groß und intensiv ist. So viel mehr, als jemals zuvor. Wenn man das noch mit meiner Geilheit kombiniert, die ich bei ihr nicht ausleben darf, dann wird das zu einer explosiven Mischung. Das ist ein weiterer Aspekt, der das ganze hier so gefährlich macht.
Denn auch von der Angst machenden Intensität der Gefühle ihr gegenüber kann ich ihr nicht einfach erzählen.
Sie hält mich nicht für ein Monster und hat sich dagegen ausgesprochen, dass ich ganz und gar nicht gut für sie bin und nimmt an, ich wäre nicht gefährlich für sie. Wie würde sie dann erst darüber denken, wenn sie wüsste, wie sehr mich das alles mitnimmt. Wie sehr ich ihr verfallen bin und mich gleichzeitig davor fürchte. Und das bereits nach einem einzigen Tag?!
Dann würde sie mir nie wieder glauben, dass ich gefährlich bin, für sie und uns beide. Denn dann würde ich irgendwas tun, was ihr kleines Herz brechen würde und würde darüber wahrscheinlich selbst ausrasten, weil ich es getan habe.
Deshalb stehe ich auf und nehme sie in den freien Arm, den ich ihr um die Schultern schlinge. Ich dirigiere sie ins Wohnzimmer und drücke sie neben Rhaps auf die Couch, bevor ich ihr Circe in die Hand gebe.
"Ich gehe aufräumen, spiel doch solange ein bisschen. Übung macht den Meister."
Ich zwinkere ihr lässig zu und will nicht zugeben, dass ich ein bisschen Abstand brauche, um vielleicht wieder ein bisschen besser denken zu können.
Ich gehe hinüber in die Küche und beginne alles wegzuräumen und abzuwaschen.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 6 Sep 2015 - 18:15

Die Sanftheit in seiner Stimme ist wie ein Seufzen. Traurig und irgendwo aus den Tiefen seines Herzens, von dem ich mir wünsche, dass es nicht schmerzen würde wegen mir. Aber das tut es. Ganz sicher. Denn auch meines brennt. Brennt für ihn, wegen ihm, mit ihm.
Ich weiß nicht genau, wovor er am meisten Angst hat, möchte ihn aber auch nicht fragen. Er würde es mir nicht erzählen. All seine Worte wären zu viel für mich. Da bin ich mir sicher. Irgendwann vielleicht könnte ich sie anhören. Aber wenn es soweit ist, wird er die Worte vermutlich nicht mehr brauchen.
Er führt mich ins Wohnzimmer, wo er mich mit sanfter Bestimmtheit auf die Couch bugsiert und mir seine Gitarre in die Arme drückt. Ich blicke zu ihm auf, halte mich an Circe fest, um unter der zurückgedrängten Sehnsucht in seinen Augen seinem Blick stand zu halten. Ich weiß, wie es für ihn sein muss. Ich kann es mir nur allzu gut vorstellen, wie es ist, mit all diesen Gefühlen und Lüsten umzugehen.
Mit einer kurzen Erklärung verschwindet er in der Küche und ich höre, wie er anfängt aufzuräumen.
Mein Blick trifft den von Rhapsody, die mich mit einem unbeschreiblich tiefgründigen Blick aus ihren blauen Augen bedenkt, als wüsste sie, dass ich an Calebs Stimmung schuld bin. Vielleicht weiß sie es wirklich.
Ohne groß darauf zu achten, spiele ich ein paar kurze Akkorde, die nicht besonders klangvoll sind. Erst nach und nach fällt mir auf, dass ich eine Melodie summe. Noch ohne Worte, aber ich kenne sie genau. Es passt nicht komplett zur Situation oder zu meinen Gefühlen. Aber das ist gerade nicht so wichtig.
Leise singe ich die Strophe, bis ich zum Refrain komme. Ich lasse meine Stimme frei, schließe die Augen und hoffe, dass es nicht allzu furchtbar klingt.

Let's not fight, I'm tired, can't we just sleep tonight?
Don't turn away, it's just there's nothing left here to say
Turn around, I know we're lost but soon we'll be found



"We'll be found....", flüstere ich nach dem Song, während die Akkorde einfach immer weiter gehen. Ich schaue auf meine linke Hand, die ein Eigenleben entwickelt hat und frage mich, was wäre, wenn ich schon früher Gitarre gelernt hätte. Mit den wenigen Akkorden kann man zwar vieles spielen, aber ich könnte so gerne mehr.
Meine Gedanken driften ab, streichen um Caleb, während ich den Refrain noch einmal leise singe.
Damals als wir uns begegneten bei der Tanzstunde, war es uns schon irgendwie vorherbestimmt, gemeinsam zu tanzen. Und jetzt? Jetzt tanzen wir intensiver, enger, intimer. Tanzen den Tanz einer sich entwickelnden Beziehung.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Sa 19 Sep 2015 - 12:38

Sam spielt zuerst vorsichtig und scheint sich auf der Gitarre wieder zurecht zu finden. Kein Wunder, wenn sie es tatsächlich erst zum zweiten mal tut, aber sie hält sich schon ganz wacker. jedenfalls klingt es nicht so, als hätte sie bereits wieder vergessen, wohin sie ihre Finger legen muss.
Ich räume alles in der Küche soweit weg und spüle dann ab, während Sam im Wohnzimmer leise zu singen beginnt. Es wäre kein Lied, was ich mir so anhören würde, obwohl es mit der Schwermütigkeit und dem darunter liegenden Takt durchaus zum miteinander Tanzen auffordert.
Nachdem alles weggestellt und sauber ist gehe ich hinüber und lehne mich gegen den Türrahmen, während das Mädchen, dass wohl sowas wie mein Freundin ist mit geschlossenen Augen auf der Couch sitzt und Gitarre spielt, während sie sich singend begleitet.
Es ist noch nie so gewesen, dass ich anderen Talent nicht gegönnt habe, ich bewundere viel mehr, wie schnell und sicher Sam das Erlernte anwenden kann.
Gleichzeitig mache ich mir aber erneut Gedanken über das Wort "Freundin" und was damit verbunden ist. Es ist nicht nur so, dass damit gemeint ist, dass wir miteinander befreundet sind, es geht ja darüber hinaus und ich weiß selbst dass ich dabei bin mich in sie zu verlieben, auch wenn mir das Angst macht.
Aber trotz meiner komischen Stimmung und meiner eigenen Probleme habe ich ihr versprochen es zu versuchen. Und es wäre nicht fair meine Unsicherheit auch noch bei ihr abzuladen und es ihr aufzubürden damit ebenfalls noch fertig werden zu müssen.
Also versuche ich das abzuschütteln und gehe durch den Raum. Als sie fertig ist, schiebe ich Circe bei Seite und hebe Sam hoch, sodass ich sie auf die Arme nehmen kann. Eine Hand unter ihrem Rücken und einen Arm unter ihren Knien drehe ich mich dann mit ihr und lächele sie an.
"Wir müssen nicht kämpfen und wir können auch schlafen gehen.", greife ich den Text des Liedes wieder auf und drücke Sam dabei an mich.
"Immerhin willst du doch morgen nach Paris, war das nicht so?"
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Sa 19 Sep 2015 - 22:17

Ich spüre, dass er da ist, dass er zuhört, aber ich lasse mich nicht ablenken und spiele zu Ende. Dann erst lasse ich die Gitarre etwas lockerer und lasse die Stille auf mich wirken.
Auf einmal ist die Gitarre verschwunden und ich finde mich auf Calebs Armen wieder. Für einen Moment sehe ich ihn nur an, ohne irgendetwas zu tun, sehe einfach nur sein Lächeln. Dann erst hebe ich die Arme, schlinge sie um seinen Hals und schmiege mein Gesicht in seine Halsbeuge. Sein Herzschlag ist leicht spürbar und kitzelt mein Lächeln zutage.
Seine Stimme ist gefasst, kontrolliert. Daran werde ich mich wohl fürs Erste gewöhnen müssen. Für keinen von uns ist die Situation leicht.
"Dann lass uns schlafen", stimme ich zu.
Wie die Nacht wohl wird? Und Paris?
Lautlos seufze ich gegen seine warme Haut. Wie sehr mir doch Wärme gefehlt hat. Wirkliche Wärme. Seit Dads Tod habe ich nicht ein einziges Mal diese Art von Wärme verspürt.
"Wehe du schnarchst", nuschele ich. Wie normal das doch klingt. Man könnte fast meinen, es wäre nichts Besonderes, nichts Ungewöhnliches, dass ich bei ihm schlafe. Dass ich bei irgendwem übernachte. Aber das ist es sehr wohl.
Ich hebe den Blick etwas und betrachte Calebs Gesicht von unten herauf. Er sieht angespannt aus. Zwar nur ein kleines bisschen, aber doch ist es ihm anzumerken.
Ich löse eine Hand aus seinem Nacken und lege sie kurz an seine Wange. Mir ist, als sollte ich etwas sagen, aber mir fehlen die Worte. Es gibt nicht genügend Worte dafür, um ihm mitzuteilen, wie leid es mir tut, ohne eben diese Worte zu sagen. Denn so ganz richtig sind sie dann auch wieder nicht.
Es tut mir leid, dass es schwer wird. Ja.
Aber es tut mir nicht leid, dass ich Gefühle entwickele, dass ich ihm nah sein will, dass ich für ihn fühle.
Aber er könnte die Worte missverstehen. Und das will ich auf gar keinen Fall. Dazu ist es zu wichtig.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   Do 24 Sep 2015 - 19:56

Ich trage Sam hinüber ins Schlafzimmer und setze sie dort auf das Bett. Sie trägt sowieso schon eins von meinen Shirts und kann darin schlafen. Ich selbst werde mich noch umziehen müssen, außerdem wäre duschen und Zähne putzen nicht schlecht.
"Ich habe noch eine eingepackte Zahnbürste für dich im Bad irgendwo." Bestimmt. Denke ich zumindest. Es ist sowas total banales, aber es fällt mir jetzt ein, dass sie gar keine Sachen hier hat.
Am liebsten würde ich über all das überhaupt nicht mehr nachdenken. denn ich habe Sam erst heute wieder getroffen und plötzlich steht alles Kopf weil dieses traurige Mädchen mit der schrecklichen Vergangenheit mich mitten ins Herz getroffen hat.
Weil sie eben nicht mehr das Mädchen ist, dass in meiner Kindheit lachend mit mir getanzt hat und frech geplappert hat.
Sonst wäre es vielleicht alles gar nicht so gekommen und sie hätte meine Welt nicht einfach an einem einzigen beschissenen Tag aus den Angeln gehoben, kräftig geschüttelt und verkehrtherum wieder hingestellt.
Viel zu sanft, denn sanft, dass bin auf dauer einfach nicht ich, streife ich ihr kurz die Haare aus dem Gesicht, bevor ich sie direkt ansehe.
"Ich würde ganz gern duschen, willst du erst Zähne putzen und dich dann schon mal hinlegen, oder hinterher?", will ich von ihr wissen und bleibe immer noch angezogen neben dem Bett stehen.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   So 27 Sep 2015 - 13:14

Seine sanfte Art brennt auf meiner Haut, sowie jede Berührung brennt und Funken schlägt. Am liebsten würde ich explodieren vor wirren Gefühlen, doch das würde sie auch nicht auslöschen. Und das will ich im Grunde ja auch nicht. Ich unterdrücke den sehnsüchtigen Blick, den ich ihm zuwerfen will. Die Wärme, seine Wärme, fehlt mir, obwohl ich einfach aufstehen könnte und mich an ihn lehnen könnte. Aber ich halte mich zurück. Das alles geht so schnell, so unbeschreiblich schnell. Und schon jetzt fehlt mir irgendwas, wenn er sich löst.
"Ich würde gerne erst ins Bad. Dann hast du so viel Zeit, wie du brauchst", antworte ich leise und stehe auf.
*Im Badezimmer wird wieder ein Spiegel sein*, flüstert meine Angst. Ja, es wird ein Spiegel dort sein. Aber ich werde nicht hineinsehen, selbst wenn ich das gerne würde. Ich kann nicht. Noch nicht. Nicht einmal beim Tanzen sehe ich mich wirklich im Spiegel des Trainingssaals.
Mein Blick gleitet an Caleb hinauf. Ich weiß noch von damals, dass er auf dem Parkett ein recht umsichtiger, fast schon sanfter Mensch sein kann. Aber hinter der Bühne? Er hatte immer etwas Grimmiges an sich gehabt. Ein Hauch Gewalt. Und ich weiß ja auch woher das kommt. Oder zumindest wem es gewissermaßen zuzuschreiben ist.
Dann wende ich mich um, sehe mich um, um das Badezimmer ausfindig zu machen.
"Wo geht's lang?", frage ich vorsichtig. Mir ist, als hätte ich es mir merken sollen, als er das Handtuch geholt hatte, aber ich erinnere mich nicht. Der Moment sel st war zu erschlagend.
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)   

Nach oben Nach unten
 

Ein überraschendes Wiedersehen (Caleb&Samantha)

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 7 von 7Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7

 Ähnliche Themen

-
» Auf (hoffentlich) Wiedersehen
» Rückfall zum OneItIs-Problem nach erstem Treffen
» 1 treffen mit ex nach fast 3 monaten ks
» Nina Samantha Arendale
» Schicksalhafte Begegnung (Rebecca & Samantha & Isabelle)

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Helden des Olymp - A new Adventure :: Archiv / Archives :: Beendete Plays / Finished RPGs-