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 Gekreuzte Pfade (Murry & Samantha)

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BeitragThema: Gekreuzte Pfade (Murry & Samantha)   Mi 10 Feb 2016 - 22:47

"Wenn du noch irgendetwas brauchst, dann sag einfach Bescheid", schließt Chiron gerade ab und ich stehe artig auf, während er mit dem Rollstuhl um seinen Tisch herumgefahren kommt und mich zur Tür begleitet. Das monotone Geräusch der Räder des speziellen Stuhles auf dem hölzernen Boden des Hauses gräbt sich in meine Gedanken ein. Die letzten Tage habe ich es oft genug gehört. Immer wieder hat mich Chiron zu sich rufen lassen, um das Gespräch mit mir zu suchen. Doch mit jedem Wort, das er mir entlocken will, wird die Wahrscheinlichkeit geringer, dass ich antworte.
Nicht ihm. Es geht einfach nicht. So sehr ich es vielleicht auch möchte.
Aber vielleicht kann man es irgendwo verstehen.
Ich bin erst vor Kurzem hergekommen und werde einfach so vor die Tatsache gestellt, dass all meine Träume keine verrückten Hirngespinste waren und der Zentaur, über den ich schon in meinen Mythologiebüchern gelesen habe, sowie all die anderen antiken Monster und Wesen tatsächlich existieren. Da kann man mitunter damit rechnen, dass das nicht gerade positiv dazu beiträgt, dass man rasch Vertrauen zu irgendwem aufbaut.
"Du weißt, wo du mich findest. Ansonsten frag jemanden", sagt Chiron gerade, als wir durch die Tür des Hauses treten und der strahlende Sonnenschein über dem Camp uns ins Gesicht leuchtet.
Ich nicke stumm.
Wie einfach es wäre, "ja" zu sagen. Wie einfach es wäre, den Mund aufzutun und zu antworten, irgendetwas zu sagen. Es ist so einfach. Und doch vollkommen unmöglich.
Am Waldrand huschen Nymphen zwischen den Sträuchern und Bäumen umher, spielen miteinander und tanzen.
Tanzen.
Meine Gedanken schweifen ab. Im ganzen Camp habe ich bislang noch keinen Ort gefunden, an dem ich ungestört tanzen könnte. Das Theater wäre wunderbar, aber dort sind leider immerzu Leute, meist Bewohner des Apollo-Hütte.
Tanzen.
Ich seufze stumm, während ich nicht einmal wirklich realisiere, wo ich hingehe. Chirons Rollstuhl ist schon nicht mehr neben mir, der Waldrand dicht vor mir. Zwischen Blättern und Steinen entdecke ich Gesichter, die mich neugierig beobachten. Es ist okay. In dem Fall ist es das wirklich. Es sind schließlich nur die Nymphen. Tanzende Geister mit eigensinnigen Namen. Mal klangvoll, mal merkwürdig.
Neben einem Baum halte ich inne, lege die Hand an die Rinde und schaue hinauf ins Blätterdach.
Das erste Mal seit meiner Ankunft bin ich alleine hier draußen.
Die raue Rinde fühlt sich warm an, dort, wo die Sonne den Stamm des Baumes beschienen hat. Mit dem Anflug eines Lächelns lehne ich mich dagegen und schließe die Augen, den Kopf gen Himmel gerichtet.
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Murdoc Jard
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BeitragThema: Re: Gekreuzte Pfade (Murry & Samantha)   Fr 12 Feb 2016 - 17:40

Ich bin schon eine Weile hier.
Sie verstehen sich gut mit mir, vermutlich liegt es an meiner ruhigen Art. Eigentlich hatte ich immer geglaubt es seien hinterlistige, freche Gestalten, aber je mehr Zeit ich mit ihnen verbringe, desto mehr kann ich sie leiden. Sie sprechen nicht, sie singen nur vor sich hin und lassen mich dabei zu sehen wie sie umher tanzen. Es ist schon fast unbeschreiblich, aber ihre Bewegungen und ihr Aussehen vermischen sich zu etwas, das ich noch nie gesehen habe.
Aber ich bin froh hier zu sein. Seit ich neu her gekommen bin, bin ich gestresster. Jeder will etwas von mir und doch ist es nichts richtiges.
Und vor allem geht mir das Gerede über meinen Vater auf die Nerven. Seit Chiron das Gerücht in die Welt gesetzt hat, er würde zu den Titanen schreiten, glauben alle ich sei verrückt.
Ich habe meinen Vater noch nie gesehen ich bin ihm kein Stück ähnlich und dennoch glauben die Leute ich ticke in meinem Kopf eben so verrückt wie er.
Ein Seufzen entfährt mir, als ich die Nymphen umher huschen sehe. Es scheint, als wäre jemand unterwegs. Ich hoffe nicht, das es einer dieser nervigen Campbewohner ist.
Mein Blick schweift den Nymphen hinterher und ich halte kurz Inne, als ich sie sehe. Ich weiß nicht weshalb, aber plötzlich fällt mir das Atmen schwer.
Schon die ganze Zeit bin ich unter ihnen, unter schönen Frauen.
Aber sie.
Sie sieht anders aus.
Dennoch ist sie wunderschön.
Eigentlich bin ich nicht so, dass ich jemanden nach nur einem Blick beurteile. Hier ist es offensichtlich anders.
Ich glaube sie hat mich nicht gesehen, sie lehnt sich an einen Baum und schließt die Augen.
Was solls, denke ich mir und stehe auf.
Es sind nur wenige Schritte und schon stehe ich vor ihr.
"Es ist schön hier nicht war?", frage ich, während die Nymphen neugierig und leicht kichernd um uns herumirren.


Murry:
 
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BeitragThema: Re: Gekreuzte Pfade (Murry & Samantha)   Fr 12 Feb 2016 - 20:18

Die raue Oberfläche der Rinde reizt meine Fingerspitzen und ich lasse sie über den Stamm des Baumes wandern. In kleinen Kreisen taste ich mich über die Unebenheiten, die Täler und Hügel, die sich in langen Ketten über den ganzen Stamm ausbreiten. Ein wenig fühlt es sich an, als wären es Narben. Narben, die die Zeit und die Boshaftigkeit manches Lebewesens in das Holz hat kerben wollen. Narben, die von Schmerzen zeugen... Doch den Gedanken verwerfe ich rasch wieder, bevor er mein leichtes Lächeln ersticken kann.
Der Gesang der Nymphen scheint um mich zu kreisen, durch die Luft zu schweben und ich habe beinahe das Gefühl, dass sie mich zum Tanzen verführen wollen. Federleicht umschmeicheln die sanften Stimmen mich, kribbeln auf meiner Haut und kitzeln meine Sehnsucht wach.
Wie lange schon habe ich nicht tanzen können? Zu lange.
Vielleicht könnte ich...
Aber noch bevor sich die Idee richtig festsetzen kann, reißt mich eine Stimme aus meiner friedlichen Gedankenwelt und hastig schlage ich die Augen auf.
Instinktiv weiche ich zurück, was nur dazu führt, dass ich mir den Hinterkopf an der Rinde stoße, als ich den Kopf abrupt senke und zurückziehe. Ein kurzes Pochen hinter meinen Ohren, das jedoch schnell wieder abklingt, verscheucht die letzten Gedanken und mein Lächeln und macht Platz für Misstrauen.
Dabei sieht der junge Mann, der mir gegenübersteht und dessen Stimme mich erschreckt hat, nicht so aus, als wolle er mir irgendetwas Böses. Dennoch beschleunigt sich mein Atem kurz und ich weiche seitlich etwas aus, bis ich neben dem Baum stehe und etwas Abstand zwischen dem Fremden und mich gebracht habe.
Ich will nicht schreckhaft sein. Ich will nicht zurückweichen. Aber wie an Seile gebunden lasse ich mich wegzerren, bis der Schreck nachlässt.
Mein Blick streift nur kurz über mein Gegenüber, nimmt sein braunes, kurzes Haar und seine grünen Augen wahr, bevor er sich an seine Lippen heftet und mich erst nach und nach begreifen lässt, dass mir gerade eine Frage gestellt wurde.
Meine Hände lösen sich vom Stamm des Baumes und ich wende mich langsam so zu dem jungen Mann um, dass ich ihn direkt ansehen kann und nicht die Schulter zuwende.
Misstrauen und Furcht hin oder her. Ich wurde dazu erzogen, Fragen zu beantworten, wenn es in meinen Möglichkeiten liegt.
Automatisch formen meine Hände meine Worte, während mein Blick sich langsam das Gesicht des Fremdlings hochtraut und die grünen Augen erfasst.
Grün, die Farbe der Hoffnung.
Es hat seine Gründe, dass das meine Lieblingsfarbe ist.
Ja, es ist wunderschön, lasse ich meine Hände sagen, während ich mir selbst gut zurede. Chiron hat oft genug wiederholt, dass mir hier im Camp nichts passieren kann. Vielleicht sollte ich es ihm glauben.
Irgendwann.
Vielleicht sollte ich versuchen, Kontakte zu knüpfen.
William zumindest würde es freuen, wenn ich das täte.
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